Kiffen kann zum Tabakrauchen verleiten

Eine aktuelle Studie geht der Frage nach, inwieweit Marihuanakonsum die Neigung zum Tabakrauchen steigern kann. Den ForscherInnen gelang es, einen Zusammenhang aufzuzeigen – allerdings ist nicht klar, ob dieser nur für gerauchtes Marihuana besteht oder auch für im Vaporizer oder in Lebensmitteln konsumiertes.

Da Cannabis in den USA immer größere Akzeptanz und Popularität erfährt, erachteten ForscherInnen der Mailman School of Public Health der Columbia Universität und der Universität von New York City es für wichtig zu untersuchen, ob der Cannabiskonsum zur Zunahme des Tabakkonsums beiträgt, der in den letzten Jahren stark zurückgegangen war. Die Ergebnisse belegen, dass CannabiskonsumentInnen stärker zum Tabakrauchen neigen bzw. dass MarihuanakonsumentInnen eine geringere Chance haben, mit dem Rauchen aufzuhören. Dabei ist zu beachten, dass die Analyse auf Daten basiert, die zwischen 2001 und 2002 sowie 2004 und 2005 in einer landesweiten epidemiologischen Untersuchung erhoben wurden. Zu dieser Zeit war an eine Legalisierung noch nicht zu denken und der Konsum in Vaporizern und Lebensmitteln steckte noch in den Kinderschuhen. Daher ist es fraglich, ob die Ergebnisse der Studie der heutigen Situation entsprechen, wo der Cannabiskonsum weniger mit dem Rauchen in Verbindung gebracht werden kann. Der Leiter der Studie, Renee Goodwin, rät, im Kampf gegen das Rauchen und bei der Minimierung seiner schädlichen Wirkungen in klinischer Umgebung den Cannabiskonsum im Blick zu behalten. Er hebt hervor, dass das Verständnis der potenziellen Verbindung zwischen Cannabis- und Tabakkonsum bei Jugendlichen im Vordergrund stehe, da sie nach den jüngsten Daten häufiger Cannabis als Tabak konsumierten. Dem stimmen wir zu und ergänzen, dass es wichtig wäre zu untersuchen, ob die verschiedenen Techniken des Cannabiskonsums im gleichen Maße die Neigung zum Tabakrauchen fördern.