Fünf Milliarden Dollar aus Gras

Eins der ersten Argumente in den Legalisierungskampagnen besteht gewöhnlich in den durch die Gesetzesänderung zu erwartenden Steuereinnahmen. Für Colorado bedeutete das im Jahre 2015 ein Plus von 2,3 Milliarden Dollar – im Vergleich zu Kalifornien ist das nur Kleingeld. Nach einer Studie hat der am dichtesten bevölkerte Staat der USA nicht weniger als 5 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen aus der Legalisierung zu erwarten. Und das, obwohl nach dem Bericht der Universität von Kalifornien auch in Zeiten des freien Cannabishandels 30 Prozent der KonsumentInnen ihren Bedarf auf dem Schwarzmarkt decken werden, um die zusätzlichen Kosten der Regulierung – Tests, Transport und Steuern – zu sparen. Lori Ajax, Leiterin des Bureau of Medical Cannabis Regulation und Auftraggeberin der Studie, ist sich sicher, dass bis zur Umstellung des Marktes einige Zeit vergehen wird. Sie hält es für unwahrscheinlich, dass alle schon vom ersten Tag an in den registrierten Cannabisläden einkaufen werden, das Einvernehmen der lokalen Kräfte würde die Akzeptanz des legalen Marktes jedoch erhöhen. Der Bericht rechnet auch mit einem Ansteigen des Tourismus, was ebenfalls erhöhte Steuereinnahmen zur Folge hätte. In Kalifornien, dem Staat mit der fünftstärksten Wirtschaftskraft der Welt, würden nach der Legalisierung 61,5 Prozent des Umsatzes in den legalen Cannabisgeschäften und 29,5 Prozent auf dem Schwarzmarkt erzielt werden. Etwa 9 Prozent der legalen EinkäuferInnen seien dann TherapiepatientInnen. Nach der Studie würden illegal konsumierende Erwachsene am leichtesten auf den Weg der Legalisierung umgeleitet, da sie die Unannehmlichkeiten, die aus dem Verbot resultieren – Stigma und rechtliche Risiken –, vermeiden. Wie aus Legalisierungsberichten bereits bekannt, wird der regulierte Marihuanamarkt im Übrigen neue Arbeitsplätze schaffen. Die Marijuana Policy Group in Denver spricht beispielsweise von über 18.000 neuen Arbeitsplätzen allein in Colorado. Sicher werden es in Kalifornien noch einige mehr sein, was vielleicht die Führung des Bundes dazu bewegen könnte darüber nachzudenken, ob es sich lohnt, Cannabis auf Bundesebene zu verbieten.