Double Dutch: Ein schlafender Riese – vom Doc erweckt

Durch den Zusammenschluss mit Magus Genetics vor fünf Jahren erlangte Serious Seeds eine Reihe von genetischen Schätzen, die ihr ohnehin superbes Sortiment an feinsten Grassorten weiter bereicherte. Einer dieser Schätze ist Double Dutch, eine 60/40- bis 70/30-Indica/Sativa-Sorte, gezüchtet aus der früheren Magus-Genetics-Flaggschiffsorte Warlock (Skunk x Afghan) und Serious Seeds’ eigener Chronic (in ihrer ursprünglichen Version, die Magus-Züchter Gerrit damals mit freundlicher Genehmigung von Serious Seeds verwendet hatte; bei Double Dutch handelt es sich also teilweise um die Heimkehr einer Serious-Sorte).

Mit ihrem honigsüßen Aroma und ihrem den Kopf aktivierenden High, aber auch dank ihres sehr hohen Ertrags war Chronic ein perfekter Kreuzungspartner für Warlock, denn sie verbesserte deren „lediglich gutes“ Ertragspotenzial und milderte ihr scharfes Aroma sowie ihre fast schon zerstörerische Indica-Stone-Wirkung ab. Das Ergebnis ist ein starkes und komplexes, aber gut ausbalanciertes High, das sowohl kopfbezogene (Sativa-Kick) als auch physische Effekte (schweres Indica-Körperfeeling) bewirkt, befeuert von einem THC-Gehalt von 18 bis 20 Prozent. Stark von Chronic beeinflusst, verströmen die Buds einen fruchtigen, an Wildblumen erinnernden Duft. Double Dutch benötigt 55 bis 65 Blütetage bis zur Reife und liefert am Ende gewaltige Mengen an trockenen Buds – pro Quadratmeter 500 oder sogar bis über 600 Gramm. Im Sämlingsstadium und in der vegetativen Phase zeigt sie ihre Indica-Genetik mit breiten Blättern und kräftigen Stängeln, wobei die Pflanzen allerdings ein buschiges Wachstumsmodell mit dynamischem Seitentriebwachstum an den Tag legen. Im Verlaufe der Blüte produziert Double Dutch riesige Sativa-dominante Buds mit einem hohen Blüten/Blätter-Verhältnis, deren Struktur an jene Warlock-typischen langgezogenen „Popcorn-Cluster“ erinnert. Laut Serious Seeds funktioniert diese Sorte gleichermaßen gut in Erd-, Coco- oder Hydromedien. Für Stecklinge empfehlen sie eine Wachstumszeit von sieben bis 14 Tagen, für aus Samen gezogene Pflanzen ungefähr 35 Tage. Da die Pflanze unter natürlichem Licht im Oktober zur Reife gelangt, kann Double Dutch auch erfolgreich outdoor angebaut werden und soll hier eine gute Schimmelresistenz beweisen.

Diese tolle Kombination zweier herausragender holländischer Sorten dominierte den ICMag Cup 2007, als sie auf triumphale Weise sowohl den Growers als auch den Breeders Cup gewann. Und sie verbuchte den dritten Platz in der Outdoor-Kategorie des Highlife Cup 2006 für sich. Aber es bräuchte weitaus mehr Auszeichnungen, um die Premiumqualität und das riesige Potenzial von Double Dutch angemessen zu reflektieren. Zwar erfreut sich diese Sorte natürlich vieler Fans, aber meiner Meinung nach hat sie das Zeug dazu, eine sogar noch viel größere Rolle in der weltweiten Grow-Gemeinde zu spielen, auch und ganz besonders im kommerziellen Sektor. Deshalb betrachte ich sie als schlafenden Riesen.

In freudiger Erwartung wollte The Doc diesen Riesen in seinem Grow-Raum erwecken. Für diese Mission verwendete er fünf feminisierte Double-Dutch-Samen. Dieses Mal pflanzte er sie direkt in 11-Liter-Töpfe, befüllt mit The Doc’s Mix aus Plagron-Erde plus 5 Prozent Blähton und Hornspäne. Nach zweieinhalb Tagen hatten sich bereits alle „Köpfchen“ über der Erde gezeigt, blitzschnell. Unter zwei 600-W-MH-Lampen und einer 400-W-HPS-Lampe war das vegetative Wachstum lebhaft und stark, zudem bemerkenswert einheitlich. Die fünf Pflänzchen entwickelten sich zu kompakten, reichverzweigten Pflanzen mit kurzen Internodien, was eine ideale Basis für schweren Blütenbesatz und eine reiche Ernte bildete. Nach 30 Tagen in der vegetativen Phase, bei Höhen von 40 bis 50 cm, leitete The Doc die Blüte ein, indem er die tägliche Lichtperiode von 18/6 auf 12/12 verkürzte. Die Pflanzen brauchten nur fünf bis sechs Tage, um ihr weibliches Geschlecht zu offenbaren. Als sie sich zweieinhalb Wochen in Blüte befanden, hatten sich entlang der Zweige die ersten kleinen „Röschen“ gebildet, wobei nun ein starker Streckungseffekt eingesetzt hatte. Eine Woche später berichtete The Doc: „Wie erwartet strecken sich die Pflanzen weiterhin, sehen aber immer noch kompakt und buschig aus. Eine von ihnen scheint deutlich höher zu wachsen als die anderen. Die Blüte ist nun voll in die Gänge gekommen.“

Nach fünf Wochen Blüte fuhr er fort: „Sie strecken sich immer noch etwas, fast alle Pflanzen haben ihre Höhe mittlerweile mehr als verdoppelt. Mit viel Dynamik werden die Buds groß und klobig, und es befinden sich bereits ansehnliche Mengen an Harz auf ihnen. Es hat sich herausgestellt, dass das Blütemuster von drei der Pflanzen einen etwas stärkeren Sativa-Einfluss aufweist als das der anderen beiden. Aber großartigerweise haben sie alle ein sehr hohes oder ein hohes Blüten/Blätter-Verhältnis.“ Eine Woche später war der Streckungseffekt definitiv zum Erliegen gekommen.

Als acht Blütewochen absolviert waren, notierte The Doc: „Die Blütennarben haben angefangen zu welken, die Pflanzen befinden sich nun auf der Zielgeraden Richtung Reife. Wow, diese Double-Dutch-Buds sind einfach nur beeindruckend: So groß, dicht und vielzählig, es ist eine reine Freude, diese schwer mit Blüten beladenen Pflanzen anzuschauen und auch an ihnen zu riechen, da von ihnen ein wunderbar süßer Duft ausgeht, etwas fruchtig und mit einer Wildhonig-Note versehen. Auch ihr Harzbesatz stellt mich mehr als zufrieden, sogar größere Blütenblätter sind zur Gänze mit Harzdrüsen besetzt, was angesichts dieser Massen von großen Tops bedeutet, dass ich am Ende reichlich harziges Blattmaterial für die Haschproduktion erhalten werde! Der Anfang des von Serious angegebenen Reifefensters von 55 bis 65 Tagen ist nun allerdings bereits erreicht und es ist offensichtlich, dass einige der Pflanzen etwas darüber hinausgehen werden. Aber wen interessiert es, wenn man Pflanzen hat, von denen ein jeder träumt?“ Und so waren drei der Pflanzen nach 66 Tagen reif, die anderen beiden gingen noch eine Woche in die Verlängerung. „Was das Warten wert war“, berichtete The Doc, „weil sie in der letzten Woche noch weiter angeschwollen sind und ein letzter Extraschuss Harz ausgestoßen wurde. Die Pflanzen haben sich am Ende bei Höhen von 84, 89, 92, 93 und 118 cm eingependelt und sind vom Boden bis zur Spitze mit fantastischen Buds gespickt. Eine Vielzahl von langgezogenen Seitentrieben vereinigt sich zu horizontalen Plateaus, die mit eindrucksvoll großen Seitencolas bestückt sind.“

Dank des hohen Blüten/Blätter-Verhältnisses der Pflanzen ging die Erntearbeit leicht vonstatten, obwohl eine große Vielzahl von Buds verarbeitet werden musste. Angesichts dieser gewaltigen Bud-Mengen war The Doc sehr optimistisch, dass auch der Trockenertrag sehr üppig sein würde, aber als er die getrockneten Buds einige Wochen später wog, wurden seine hohen Erwartungen noch übertroffen: Die fünf Pflanzen hatten zusammen 610 Gramm feinster Double-Dutch-Buds produziert, gewaltige 122 Gramm pro Pflanze im Durchschnitt. „Und sie waren ja nur 30 Tage in der vegetativen Phase statt wie von Serious empfohlen 35“, gab The Doc zu bedenken und malte sich dann euphorisch aus, wie wohl das Ergebnis mit 60 Tagen Wachstum ausgesehen hätte!

Die getrockneten Buds hatten ihr honigsüßes und leicht fruchtiges Aroma behalten und The Doc freute sich darauf sich davon zu überzeugen, dass sie ihn auch mit einer ähnlich exzellenten Potenz anturnen würden. Nach wenigen Zügen wurde klar, dass Double Dutch den guten Doc auch hier nicht enttäuschen sollte: Ein intensiver kribbelnder Turn setzte in seinem Kopf ein und verbreitete dort stark erhebende Vibrationen – die Sativa-Gene von Double Dutch machten eindrucksvoll ihre Arbeit. Aber nach etwa einer halben Stunde begann sich der Fokus des Highs mehr Richtung Körper zu verschieben, was zu tiefenentspannter Bequemlichkeit führte, wobei sich sein Kopf nicht vernebelte, da der Sativa-Einfluss gleichzeitig bestehen blieb, wenn auch auf schwächerem Niveau als zu Anfang. Dieser äußerst angenehme Zustand von Kopf und Körper hielt noch etwas mehr als anderthalb Stunden an.

The Doc bilanzierte: „Double Dutch lässt wirklich keine Wünsche offen, sie ist eine der lohnenswertesten Sorten, die ich in all diesen Jahrzehnten angebaut habe. Es sind sehr einfach anzubauende Pflanzen, die sensationelle Erträge wundervoll aromatischer und potenter Buds liefern, und das in einer moderaten Blütezeit. Ich stimme G.B.I. zu, dass ihr kommerzielles Potenzial weltweit noch lange nicht voll ausgeschöpft ist – sie besitzt definitiv alles, was es braucht, um ein Riese unter den Grassorten zu sein. Ein noch schlafender Riese, aber er wird sicherlich nicht zum letzten Mal in meinem Grow-Raum erweckt worden sein …“