Zu viele Cookies!

Psychoaktive Hanf-Lebensmittel

In Filmen sieht man häufig den Gag, dass Großeltern zufällig von den Space-Cookies ihrer Enkel essen und nicht begreifen, warum sie plötzlich so gut drauf sind. Im realen Leben gab es schon Vorfälle, die mit einer Behandlung im Krankenhaus endeten, denn der unabsichtliche Konsum oder der Verzehr einer Speise mit zu hohem THC-Gehalt kann mit unangenehmen Symptomen einhergehen. In unserem Artikel prüfen wir, was im Fall von “zu vielen Cookies” zu tun ist und wie wir den Betroffenen helfen können.

Auch erfahrene Cannabiskonsumenten kann ein zu stark geratenes Marihuana-Cookie überraschen, daher können wir uns vorstellen, was jemand erlebt, der vorher noch nie THC zu sich genommen hat, es aus Versehen konsumiert und sich nach etwa einer Stunde wundert, warum er sich plötzlich so seltsam fühlt. Zum Glück führt auch eine zu große Menge Cannabis im Gegensatz zu den meisten Drogen nicht zu einer tödlichen Überdosis und beglückt die meisten Konsumenten mit angenehmen Erlebnissen. Trotzdem schadet es nicht, uns anhand einiger Tipps zur Schadensbegrenzung auf den Fall vorzubereiten, dass ein Bekannter oder wir selbst uns bei der angemessenen Dosis vertun und sich statt der alles durchdringenden Ruhe und guter Laune Panik breitmacht.

Canna-Banana-Muffins-Decorated

Nicht tödlich

Im Gegensatz zum gerauchten oder mit einem Vaporizer konsumierten Cannabis werden die in Speisen genossenen Cannabinoide langsamer aufgenommen und gelangen auch langsamer in den Blutkreislauf, daher macht sich die Wirkung üblicherweise erst nach 40–60 Minuten bemerkbar. Die Wartezeit kann sich allerdings je nach Person und Dosis auch auf bis zu zwei Stunden ausdehnen. Während beim Inhalieren die Wirkung innerhalb von Minuten einsetzt, erreicht sie im Falle des Konsums in Speisen mit einer graduellen Steigerung in etwa zwei Stunden nach dem Konsum ihren Höhepunkt. Es ist daher wichtig, im Verlauf von zwei Stunden oder bis zur vollen Entfaltung der Wirkung keine weiteren Dosen zu konsumieren, weil man das Gefühl hat, dass das Zeug nicht wirkt, denn dadurch könnten sich die Wirkungen später addieren und das Erlebnis könnte zu stark werden. Wenn man nicht an Cannabiserlebnisse gewöhnt ist oder bisher nur mit geringen Mengen experimentiert hat, kann einem das langsam beginnende und nach Aussagen vieler Trip-artige Erlebnis, das sich langsam aber sicher steigert, eine Überraschung bereiten. Der erhöhte Puls und die langsam ansteigende Intoxikation können sich bei manchen mit einem Gefühl der Panik verbinden und – wie im Fall eines schlechten Trips – glaubt man vielleicht im Extremfall, das Ende sei gekommen. In diesem Fall sollte man sich aber daran erinnern, dass in der Fachliteratur nach mehreren tausend Jahren des Gebrauchs kein Todesfall durch Überdosierung bekannt ist. Daher ist es mehr als unwahrscheinlich, dass man mit dem schiefgegangenen Cookie-Konsum Geschichte schreiben wird. Kurz gesagt: Auch wenn man sich in dem Moment so fühlt, als habe das letzte Stündchen geschlagen, und man seine Sünden bereut, ist es in Wirklichkeit ausgeschlossen, dass man zu viele Cookies mit dem Leben bezahlt. Man glaube also der Wissenschaft, akzeptiere den Zustand, versuche die Gedanken vom Thema Überdosis und Tod in eine andere Richtung zu lenken, trinke viel alkohol- und koffeinfreie Flüssigkeit, und schon geht es einem wieder besser. Wenn man den Körper wieder im Griff hat, folgt Beruhigung des Geistes, und das ist der schwierigste Teil der Angelegenheit.

1396873416894Es dauert nur ein paar Stunden

Ein starkes Cannabiserlebnis kann bei Menschen, die dazu neigen, mentale Störungen an die Oberfläche dringen lassen, aber in Extremfällen können auch einen gesunden Menschen paranoide Gedanken verfolgen. Die erste und wichtigste Regel ist also: Wenn man weiß, dass jemand in der Familie psychisch krank war oder ist, dann meide man den Cannabiskonsum, besonders in der Jugend – das Risiko ist das Ganze nicht wert. Wenn man infolge des Verzehrs von Speisen mit einem zu hohen Wirkstoffgehalt von unangenehmen Gedanken heimgesucht wird, ist es wichtig, daran zu denken, dass die Wirkung einer noch so großen Dosis nicht ewig andauert, sondern innerhalb von sechs bis zehn Stunden ausklingt. Leicht gesagt, aber schwer getan inmitten von paranoiden Gedanken und besorgten inneren Monologen. In einem solchen Fall hilf tein Ortswechsel oder ein Spaziergang, denn die Wirkung der neuen Eindrücke kann einen Ausbruch aus den Gedanken bewirken, die einen gefangen halten. Es empfiehlt sich, einen bekannten, ruhigen Platz aufzusuchen, wo sich wenige Menschen befinden und die Wahrscheinlichkeit geringer ist, jemanden zu treffen, den man in diesem Zustand nicht sehen möchte. Es kann auch eine gute Idee sein, einen verständnisvollen Freund anzurufen, der mit einem anderen Blickwinkel und einer realistischeren Einschätzung der Situation hilft, aus der Hülle der negativen Gedanken auszubrechen. Es ist keine Methode bekannt, die abrupt die Wirkung des Cannabis blockieren würde, daher ist es eine ausgesprochen schlechte Idee, mit dem Trinken von Alkohol oder der Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten zu experimentieren, weil es nicht helfen wird, sondern den Zustand verschlechtert. Wenn man meint, ärztlicher Hilfe zu bedürfen, scheue man sich nicht, sie in Anspruch zu nehmen. In den meisten Ländern verbietet die ärztliche Schweigepflicht eine Meldung des Drogenkonsums an die Polizei.

Egal wie viel Du isst, Du bleibst der Alte

Gleichgültig, in welche Gedanken man sich vertieft, man vergesse nie: All das dauert nur solange die Cookies wirken. Wenn die Wirkung abklingt, wird der Kopf wieder frei und die alltägliche Realität kehrt zurück. Auch wenn im Augenblick die Reise aufrüttelnder als geplant ist, muss man das nur durchstehen, während die Stoffe ihre Wirkung entfalten. Nachdem man eine Nacht über das Erlebnis geschlafen hat, kann man am nächsten Tag die leichte Nachwirkung des Rauschs erfahren, Müdigkeit oder Niedergeschlagenheit, was manche einen „Marihuanakater“ nennen. Das ist sicher nicht angenehm, aber man versuche, positiv zu denken: Man hat ein von Cannabis ausgelöstes Erlebnis gehabt, ein ziemlich unangenehmes – und hat es überlebt! Solche Erlebnisse können jedem für das ganze Leben die Lust auf den Genuss von Cannabis in Speisen verderben. Wenn man das nicht möchte, empfiehlt es sich, Informationen einzuholen, wie viel THC eine bestimmte Speise enthält, beziehungsweise wie viel Gramm Marihuana für die Herstellung benutzt wurde. In Colorado werden nach den momentanen Richtlinien Anfängern Speisen mit einem THC-Gehalt von 1 bis 5 mg empfohlen, Erfahreneren ein THC-Gehalt von 5 bis 10mg und Produkte mit 10 bis 15mg THC den regelmäßigen Konsumenten. In den Staaten, die zuerst legalisiert haben, wurden früher auch Speisen mit einem THC-Gehalt von 100 mg verkauft, doch nach einer unlängst eingeführten strengeren Regelung wurde die Obergrenze von THC in mit Cannabis hergestellten Speisen auf 10mg gesenkt. Richtig, auch diese Menge kann für einen erfahrenen Konsumenten, der noch nicht oft Kekse gegessen hat, Überraschungen bereithalten, deshalb sollte man sich immer für die kleinere Menge entscheiden, damit sich herausstellt, welche Dosis noch mit angenehmen Erlebnissen oder vorteilhaften therapeutischen Wirkungen aufwartet. Bei Cookies empfehlen die britischen Hanfaktivisten, mit zwei Gramm Marihuana zu beginnen und das fertige Gebäck in 20 Teile zu teilen. Mit diesen Cookies kann wie beschrieben experimentell die persönliche Schwellendosis ermittelt werden und die nötige Menge für das gewünschte Ergebnis. Man entscheide verantwortungsbewusst!