Wundermittel Cannabis-Öl

Beim Wiener Hanf-Institut gehen zunehmend mehr Anfragen zu Cannabis-Öl und anderen Cannabis-Konzentraten ein. Während die meisten PatientInnen bereits gut über die Wirkung informiert sind, betreffen die meisten Fragen die Anwendung. Wir haben einen Leitfaden gebastelt.

Macht Cannabis-Öl high?

In seiner unbehandelten Form nicht. Cannabis-Konzentrate sind nicht psychoaktiv, weil darin die Vorläuferstufe THCA enthalten ist. Erst durch die Dekarboxylisierung wird aus THCA psychoaktives THC.

Dosierung:

KrebspatientInnen dosieren sich im Regelfall so rasch wie möglich auf 1 g/Tag hoch und nehmen es für drei bis vier Monate.

Viele PatientInnen mit hoher Dosierung beschreiben, dass sie nach einigen Wochen einen Gewöhnungseffekt feststellen und nicht mehr psychoaktiv beeinträchtigt sind.

Die schmerzstillende Wirkung lässt nicht nach; im Regelfall findet jeder Schmerzleidende die für ihn richtige Dosierung.

Anwendung:

Rauchen und Verdampfen fluten rascher an, wirken aber kürzer (1,5 bis 2,5 Stunden). Oraler Konsum beginnt später zu wirken, hält dafür aber länger an (4 bis 8 Stunden). Rektaler Konsum: Bei dieser Methode gelangt das Cannabis-Öl zu fast 100 Prozent in den Körper. Man kann Öl auch als Zugsalbe auf betroffene Körperstellen geben.

Bei akut auftretenden Schmerzen, Spasmen, Regelbeschwerden, aber auch Übelkeit und anderen Leiden bevorzugen AnwenderInnen oft das Rauchen oder Verdampfen wegen der raschen Anflutung der Wirkstoffe.

Bei chronischen Schmerzen zeigt die Erfahrung, dass die orale Einnahme wegen der längeren Wirkdauer bevorzugt wird.

THC und CBD wirken laut Erfahrungsberichten auch gut bei den meisten Hautleiden bis hin zum Melanom. Hier vermischt man das Cannabis-Öl mit Salbenbase und reibt es für dauernde Einwirkung mit Verband abdecken.

Für oralen Konsum spricht die längere Wirkdauer. Allerdings werden bei oralem Konsum nur 40 Prozent der Wirkstoffe verstoffwechselt.

Wirkungen und Nebenwirkungen:

Cannabis ist keine Ein-mal-Wunderpille. Jeder Heilungsversuch erfordert Zeit und die richtige Dosierung.

Schmerzen und Spasmen kann Cannabis binnen Minuten zum Verschwinden bringen.

Herausgestellt sei auch die blutdrucksenkende Wirkung.

Wie bei allen Heilmitteln können hohe Dosen bei Menschen mit geringer Cannabiserfahrung unangenehme Vorstellungen bis hin zu Paranoia, Schwindel und generelles Unwohlsein auslösen, das aber meist nach dem nächsten Schlaf wieder vorbei ist.

Dies sind jedoch selten auftretende Nebenwirkungen, die meist auf zu hohe Dosierungen zurückzuführen sind.

Cannabis hilft im Gegenteil bei der Linderung oder Vermeidung von Nebenwirkungen anderer Medikamente, wie etwa Übelkeit und anderen gastrointestinalen Problemen. Es wird auch von Chemotherapie-PatientInnen gelobt.

Konsum:

Essen: am besten mit einer Mahlzeit, zusammen mit etwas Fett in Bio-Qualität

Verdampfen: in Pur-Verdampfern oder aufgelöst in Propylenglykol in E-Zigaretten

Rauchen: nach Belieben als Joint pur oder vermischt mit Tabak

Rektal: in Gelatinkapseln abfüllen und applizieren

Zugsalbe: auf betroffene Körperstellen auftragen