Wir machenʼs legal!

… ist das Motto der aufsehenerregenden Hemp Embassy in Wien

Großer Andrang herrschte am Freitag, dem 18. September um 4:20 Uhr bei der Eröffnung der ersten Hanfbotschaft in Europa, der Hemp Embassy Vienna.Hemp Embassy Vienna

In der Hemp Embassy werden hochpotente blühende Hanfpflanzen öffentlich gezeigt. Zwar ist der Anbau von Hanfpflanzen in Österreich erlaubt, doch er ist dann verboten, wenn der Zweck des Anbaus die Gewinnung von Suchtmitteln ist, also die Blüten von der Pflanze getrennt werden. Dies ist in der Ausstellung nicht der Fall – es wurden mehrere Rechtsgutachten eingeholt, die diesen Standpunkt untermauern.

Hemp Embassy ViennaIn sieben Vitrinen aus Sicherheitsglas wird jeweils eine Sorte vom Blühbeginn bis zur Erntereife präsentiert. Diese Pflanzen sind optisch beeindruckend und begeistern auch durch ihren Geruch: Durch kleine Öffnungen im Glas kann jede Sorte auch einzeln olfaktorisch wahrgenommen werden. Ein spezieller Mechanismus erzeugt Überdruck in der Vitrine, wodurch das Pflanzenaroma direkt in die Nase strömt.

Dazu gibt es ausführliche Informationen zu jeder Blühpflanze, wie z. B. THC- und CBD-Gehalt, Dauer der Blühphase und genetische Herkunft. Zusätzlich wird der Blüteverlauf jeder Pflanze gefilmt und kann auch auf der Website hempembassy.org verfolgt werden. Im Laufe der Zeit wird so ein Archiv entstehen, in dem die Blüteentwicklung aller jemals ausgestellten Pflanzen dokumentiert wird.

Initiiert wurde die Hemp Embassy Vienna vom Verein Hanfmuseum, der die Blühpflanzen bereitstellt, und dem Hanfshop Bushplanet. Als Sponsoren und Unterstützer fungieren internationale Hemp Embassy ViennaHanfsamenbanken: aus Holland Sensi Seeds, White Label Seeds und Paradise Seeds, Dinafem aus dem Baskenland und die Humboldt Seed Organisation aus Kalifornien.

 

Ziele der Hemp Embassy Vienna

„Es ist an der Zeit, die Unterscheidung in gute (wachsende) und böse (blühende) Hanfpflanzen zu beenden. Die Blüte ist die natürliche Entwicklung jeder weiblichen Hanfpflanze und die Basis für die Gewinnung von Samen, Medizin und Genussmittel.

Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, worum es in der Hanfdebatte tatsächlich geht: um die Blütenstände der Hanfplanze. In der Hanfbotschaft kann sich jede/r selbst ein Bild davon machen.

Der war on drugs und die damit verbundene Propaganda hat die Wahrnehmung der Heil-, Nutz- und Genusspflanze Hanf, die unser Kulturkreis seit beinahe 30.000 Jahren kennt und schätzt, bei vielen Menschen verzerrt. Die Hanfbotschaft möchte dem entgegenwirken und steht allen offen, die Hanf in all seinen Facetten kennenlernen möchten.“ So Stivi Wolyniec, Inhaber und Geschäftsführer von Bushplanet, der hinzufügte: „Selbstverständlich ist es unmöglich, eine von der Natur geschaffene Pflanze zu verbieten. Hingegen ist es natürlich möglich, in einer aufgeklärten Gesellschaft einen vernünftigen Umgang mit der Hanfpflanze zu entwickeln und zu pflegen.“

 

Rechtliches

Die österreichische Rechtssprechung qualifiziert das Entstehen von Blüten- und Fruchtständen auf der Hanfpflanze noch nicht als Suchtmittelgewinnung. Erst das Ernten von nicht zur gewerblichen Nutzung zugelassenen Pflanzen mit ausgebildeten Blüten- und Fruchtständen stellt eine Suchtmittelgewinnung im Sinne der Suchtmittelgesetzgebung dar.

Hemp Embassy ViennaIn der Hemp Embassy wird jede blühende Pflanze dokumentiert. Nach Erreichen der Erntereife wird die gesamte ungeerntete Pflanze unter notarieller Aufsicht in ein versiegeltes Behältnis verbracht. In periodischen Abständen werden diese Behältnisse, ebenfalls unter notarieller Aufsicht, in der Anlage Simmeringer Haide der Wien Energie GmbH entsorgt.

Rechtliche Unterstützung kommt auch von der Wiener Anwaltskanzlei Machac, die ein Rechtsgutachten zur Thematik präsentierte. Arthur Machac: „Schon der US-Präsident Jimmy Carter meinte 1977: ’Die Strafe für den Gebrauch einer Droge sollte nicht schädlicher sein als die Droge selbst. Wo das der Fall ist, muss es geändert werden. Nirgendwo ist dies eindeutiger als bei Hanf.‘“

 

Die Hemp Embassy Vienna

Die Hemp Embassy Vienna ist eine nicht kommerziell betriebene Institution, die sich durch Sponsoren und den Betrieb eines kleinen Museumsshops finanziert. Der Eintritt ist für alle Besucher und Besucherinnen frei.Hemp Embassy Vienna

Die Hanfbotschaft liegt sehr zentral, in der Esterhazygasse 34 / Ecke Mariahilfer Straße im 6. Bezirk in Wien. Geöffnet ist von Montag bis Samstag von 12 bis 20 Uhr.

Wer die Hemp Embassy Vienna unterstützen möchte, kann dies am besten durch einen Besuch, durch den Erwerb eines Artikels (z. B. Hanfschokolade, T-Shirts) im Museumsshop und am einfachsten online durch das „Liken“ der Facebook-Seite.

www.hempembassy.org

facebook.com/hempembassy.org