Weibliche Praktiken

jan-copelandObwohl der Großteil der CannabiskonsumentInnen noch immer Männer sind, verbreitet sich unter Frauen der tägliche Gebrauch immer mehr. Sie vertragen aber die Symptome eines plötzlichen Entzugs schlechter, wie eine australische Untersuchung feststellte. In der Bevölkerungsgruppe der über 14-Jährigen konsumierten 1,9 Millionen Männer und 1,2 Millionen Frauen mindestens ein Jahr lang täglich Gras. Die anderthalbfache Anzahl von konsumierenden Männern bedeutet allerdings nicht viel: In ihren Kreisen ist gemäßigter Konsum etwas häufiger: 12% der Männer gegenüber 14% der Frauen befolgen Snoop Doggs Weisheit und stopfen sich jeden Tag ein Pfeifchen. Bedeutung erhält der geringe Unterschied jedoch angesichts des Phänomens, dass vorangegangene Untersuchungen der Universität Yale und Columbia erwiesen hatten, dass Frauen schneller vom ersten Joint zur Abhängigkeit gelangen können. Das untermauert auch die neue australische Studie, und als wäre dies nicht schlimm genug, fügt sie noch hinzu, dass bei einem plötzlichen Entzug bei Frauen stärkere Entzugserscheinungen auftreten – Schlaflosigkeit, Unwohlsein, Schweißausbrüche usw., zu deren Bekämpfung sie selten Hilfe suchen.

Jan Copeland, Leiterin des National Cannabis Prevention and Information Centre (NCPIC), erklärt das damit, dass die Toleranz von Frauen höher sei und sie deshalb höhere Dosen konsumierten. Demzufolge liege auch das Risiko, negative Symptome wie Angststörungen und Paranoia zu erfahren, bei ihnen höher, und so auch die Gefahr einer Abhängigkeit. Die andere Erklärung ergibt sich aus dem Ziel des Konsums: Während bei den Männern „positive Ziele“ überwiegen – Party machen, Entspannung mit Freunden –, versuchen die Frauen mit dem Gras eher Stresssituationen zu meistern. Eine weitere Erklärung könnte der Unterschied in der Gehirnstruktur sein sowie die Rolle, die das Östrogenhormon spielt, welches die Empfindsamkeit steigert.

Was auch immer sich hinter den Phänomenen verbirgt, meine Damen, achten Sie genau auf Symptome, die auf übermäßigen Konsum zurückgehen, und fürchten Sie sich nicht, bei Problemen Hilfe in Anspruch zu nehmen!

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