UK: British Medical Journal fordert die Legalisierung von Drogen

Das British Medical Journal (BMJ) hat zum ersten Mal die Legalisierung von illegalisierten Drogen gefordert.

Die Gesetze der Prohibition hätten es versäumt, sowohl das Angebot als auch die Nachfrage einzudämmen, Sucht zu reduzieren, Gewalt zu eliminieren oder Gewinne für das organisierte Verbrechen zu reduzieren, so das renommierte Magazin. Der sogenannte War on Drugs sei verloren. Das Verbot der Produktion, des Verkaufs, des Besitzes und der Verwendung einiger Substanzen für nichtmedizinische Zwecke verursache riesigen Schaden.

Die RedakteurInnen des Journals weisen auf die Tatsache hin, dass der Drogenkonsum weltweit erheblich gestiegen ist: Rund eine Viertelmilliarde Menschen haben schon illegale Substanzen zu sich genommen – und dies, obwohl der Verfolgungsdruck steigt.

In Großbritannien wird angenommen, dass bis zu einem Viertel der 15-Jährigen illegale Drogen von unbekannter Qualität zu sich nimmt. Das BMJ führt aus, dass einige Länder jegliche Strafen für persönlichen Drogenbesitz bereits aus den Gesetzbüchern gestrichen haben. Beispielsweise hat Portugal schon vor 15 Jahren strafrechtliche Sanktionen für Drogenkonsum durch gesundheitliche Kontrollen ersetzt. Einige US-Bundesstaaten haben regulierte Märkte für Cannabis; die Niederlande duldet seit Jahrzehnten den Cannabisvertrieb und -besitz für den persönlichen Konsum.

Die RedakteurInnen fordern die Ärzteschaft auf, in den Mittelpunkt dieser Debatte zu treten. Da die Gesundheit an vorderster Stelle stehe, sollten vor allem Fachkräfte des Gesundheitswesens zu Wort kommen, es bedürfe einer pragmatischen Reform, die von Wissenschaft und Ethik informiert werde. Sie fordern die Regierung auf, Cannabis für medizinische Zwecke freizugeben. Zugleich soll die Politik medizinische Behandlungen Opiatabhängiger mit Heroin prüfen und gegebenenfalls implementieren, wie es etwa in der Schweiz praktiziert wird. Durch diese Maßnahme seien dort große Verbesserungen bei der Gesundheit und Rehabilitation der Betroffenen zu verzeichnen, darüber hinaus sei es zu einem Rückgang des Drogenkonsums und der Kriminalität gekommen.