Therapeutisches Marihuana im britischen Parlament

Keith Vaz, Leiter des Komitees für Innere Angelegenheiten im britischen Unterhaus, hielt Mitte Februar eine Sitzung zum Thema therapeutisches Marihuana ab. An der Besprechung beteiligte sich neben Andrew Turner der Vorsitzende der Partei für die Reform des Cannabisrechts (CLEAR) Peter Reynolds, der von drei Konsumenten von therapeutischem Cannabis zu dieser Zusammenkunft begleitet wurde. Die Patienten berichteten darüber, wie das Marihuana ihnen in ihrem Zustand helfe, und gaben auch einen Einblick in den komplizierten Beschaffungsprozess, der darin bestehe, mit einem ärztlichen Rezept nach Holland zu fahren, um dort in einer Apotheke das Cannabis zu erhalten. Abgesehen von Sativex Spray produziere und vertreibe – nach eigenen Äußerungen – ausschließlich die niederländische Firma Bedrocan Cannabis, das Ärzte verschreiben könnten. Reynolds argumentierte, es sei die Pflicht des Innenministeriums, den Import des Medikaments zu gestatten, wenn Ärzte Bedrocan verschrieben, anderenfalls setzten sich die Politiker und Beamten über den ärztlichen Sachverstand hinweg. Keith Vaz stimmte mit dem Gedankengang zutiefst überein. Die Konsumenten von Medizinalmarihuana erzählten, dass sie gewöhnlich das in Holland gekaufte Cannabis beim Zoll angäben. Einer von ihnen berichtete über einen Fall, in dem sein Medikament auf dem Flughafen von Southampton beschlagnahmt wurde. Der Patient hatte sich in diesem Zusammenhang an das Zollamt gewandt, obwohl die Schritte der Rechtsanwälte auch eine Überprüfung des Innenministeriums hätten nach sich ziehen können, in deren Ergebnis ihm die Erlaubnis, Cannabis zu importieren, hätte entzogen werden können. Mr. Vaz war von den ärztlichen Rezepten über Bedrocan sehr beeindruckt und erklärte, dass diese Beweismittel auch das Komitee überzeugen würden, das in dem Fall eine positive Empfehlung aussprechen würde. Nach Reynolds Meinung sei diese erfolgreiche Zusammenarbeit das Ergebnis der dreijährigen harten Arbeit von CLEAR. Er drückte die Hoffnung aus, dass dies zu einem nüchternen Reglement für therapeutisches Cannabis führen würde.