Therapeutischer Hungerstreik

Ende Mai demonstrierten israelische Ärzte und Cannabispatienten gemeinsam gegen die Gesetzesvorlage des Gesundheitsministers. Die von ihnen kritisierte neue Regelung legt den Kreis der Symptome und Krankheiten fest, bei denen der Arzt Cannabis verordnen kann. Auf der Liste stehen: Metastasen, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, die mit extremem Gewichtsverlust verbundene HIV-Erkrankung, die von Muskelkrämpfen begleitete Multiple Sklerose und generell Krankheiten im Endstadium, bei denen die Ärzte den Patienten höchstens ein halbes Jahr geben. Patienten, die an Nervenkrankheiten leiden, kann nur dann Cannabis zu therapeutischen Zwecken verordnet werden, wenn diese wenigstens eine einjährige erfolglose Therapie einer Schmerzambulanz hinter sich haben. Die Demonstranten halten es für nicht gerechtfertigt, dass die Parkinson-Krankheit, Glaukom und bestimmte psychiatrische Anomalien nicht auf der Liste zu finden sind. Das Ärzteforum und die Gruppe “Sicherer Zugang zu Cannabis” sandten dem Gesundheitsminister vier Briefe, in denen sie ihn auf die vorher genannten Mängel der geplanten Regelung hinwiesen. Ebenso auf die Tatsache, dass ein solcher Eingriff einen Teil der gegenwärtig elftausend Cannabispatienten auf den schwarzen Markt treiben könnte. Ihrer Meinung nach ist die vorgeschlagene Vorschrift “willkürlich und diskriminiert ohne jede logische Erklärung Patienten mit unterschiedlichen Symptomen. Sie kann für viele Patienten eine Unterbrechung der kontinuierlichen Behandlung bedeuten und steht im Widerspruch zu dem Gesetz, das die Rechte der Kranken regelt”.