Stichproben in deutschen Apothekenregalen

Das Unternehmen Tilray aus Kanada ist einer der größten Lieferanten von medizinischem Cannabis in Deutschland. Seit 2019 produziert der Riese in seinem Werk in Portugal auch Pflanzen für den deutschen Markt. Das einzige Problem ist, dass die angegebenen Cannabinoidwerte nicht immer der Wirklichkeit entsprechen.

Zum zweiten Mal musste man im August dieses Jahres Medikamente aus den Apotheken zurückrufen. Bei den betroffenen Produkten handelt es sich um Vollspektrum-Cannabisextrakte, die offiziell 10 % THC und 10 % CBD enthalten. In den ersten Proben waren die Werte noch eingehalten worden, bei weiteren Analysen fand man jedoch drei Proben, bei denen der THC-Wert die angegebene Menge nicht erreichte. Die betroffenen Extrakte wurden zwischen März und Mai an Apotheken verkauft, sodass einige von ihnen bereits PatientInnen erreicht haben. Das Unternehmen wies schnell darauf hin, dass PatientInnen keine gesundheitlichen Folgen zu befürchten haben, da in den Extrakten keine schädlichen Substanzen oder nicht übereinstimmenden Inhaltsstoffe gefunden wurden, nur die Wirkung könne etwas abweichen. Einerseits ist dies beruhigend, andererseits kann es auch besonders ärgerlich sein. Insbesondere, wenn jemand große Schwierigkeiten hat, die Dosis zu finden, die für seine Symptome am besten geeignet ist.

Und obwohl deutsche Krankenversicherungen medizinisches Cannabis bereits in zunehmendem Maße unterstützen, kosten diese Präparate Hunderte von Euro und verfügen über GMP-Zertifikate, die eine gute Herstellungspraxis nachweisen sollen. PatientInnen sollten erwarten können, dass sie für ihr Geld das erhalten, was sie gekauft haben oder was ihr/e Arzt/Ärztin ihnen verschrieben hat. Glücklicherweise steigert sich der Wettbewerb bei der Versorgung mit medizinischem Cannabis, was die Hersteller dazu zwingen wird, Produkte von einwandfreier Qualität zu angemessenen Preisen zu verkaufen. Dies kann dann nur im Interesse der PatientInnen sein.

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