Statt nationaler Hanfläden

Im liberalen Kanada wird für 2018 die Einführung einer vollkommenen Cannabislegalisierung erwartet. Die Entscheidung ist bereits gefallen – nur die Details der Umsetzung müssen noch ausgearbeitet werden. Die Bevölkerung entschied, dass die Hanfläden bei Kleinunternehmern in besseren Händen seien als beim Staat oder der Alkoholindustrie. Vor der Abstimmung verkündete die Provinz Ontario Anfang September, dass sie beabsichtige, 150 Cannabisläden zu eröffnen, die von Alkoholherstellern der Provinz betrieben werden sollen. Ähnlich wie in Ontario beabsichtigt auch die Provinz New Brunswik, die Geschäfte nicht in die Hände von Privatpersonen zu legen. Dort entstanden staatliche Geschäfte – was an die nationalen Tabakläden in Ungarn denken lässt.

Das Meinungsforschungsinstitut Oracle Poll befragte 5.000 Personen, wer ihrer Meinung nach den Cannabishandel betreiben solle. Zwei Drittel der Befragten waren der Meinung, dass weder Großhändler noch staatliche Institutionen, sondern Privatpersonen, die über eine Anbaugenehmigung verfügen, die Geschäfte betreiben sollen. Die Legalisierung selbst wird nicht infrage gestellt. Umfragen zeigen zwar unterschiedliche Ergebnisse, alle zeigen aber, dass über 50 Prozent der Bevölkerung die Legalisierung wollen, einige gehen von mehr als zwei Dritteln aus. Das bedeutet selbstverständlich nicht eine ähnlich große Konsumentenschicht. Insgesamt ein Viertel der kanadischen Erwachsenen konsumiert gegenwärtig Cannabis, die übrigen werden frühestens nach der Legalisierung Marihuana probieren, wenn überhaupt. Das bedeutet, dass die StaatsbürgerInnen bei einer so großen Konsumentenzahl auch keine Gefahr für die Gesellschaft sehen, sondern ein sehr viel größeres Risiko in der Existenz des Schwarzmarktes. Die Welt wird in den nächsten Jahren sehr viel von Kanada lernen können.

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