Österreichischer Hanfverband Alle Augen voraus auf 2014

Der Österreichische Hanfverband kann mittlerweile auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken und stellt jetzt die Weichen für 2014. Wir haben viel vor, um unserem Ziel der Entkriminalisierung von rund einer Million Cannabiskonsumenten rasch näher zu kommen.

Ein Rückblick auf 2013 zeigt, dass der Hanfverband in der österreichischen Cannabis Community gut aufgenommen wird.

Neben dem Hanfwandertag, an dem mit über 7.500 Menschen mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor teilnahmen, zeigte der ÖHV auch bei der größten Street Party des Jahres in Wien Flagge.

Beim alljährlich stattfindenden Festival für Frieden, Freude & Toleranz am 31. August mit rund 20.000 Teilnehmer/innen entwickelte sich der ÖHV-Truck mit seinen Trance-DJs auf der Ringstraße bald zum Publikumsmagnet für alle Hanffreunde von 18 bis 88. Unser umfangreiches Kontingent an Infomaterial wurde uns förmlich aus den Händen gerissen, und auch in den Spendendosen klimperte es kräftig. Das bestätigt unsere Auffassung, dass Cannabis endgültig in der breiten Bevölkerung angekommen ist und es immer mehr Cannabiskonsumenten gibt, die aktiv an der Normalisierung im Umgang mit Hanf mitwirken wollen.

Dies bestätigen auch die Zahlen des Berichts zur österreichischen Drogensituation 2013 des Gesundheitsministeriums. Demzufolge hat mittlerweile jeder siebente Österreicher oder somit schon über 1,2 Millionen Menschen im Eigenversuch festgestellt, dass Cannabis wirklich das wohl ungiftigste Medikament überhaupt ist – wie ja auch selbst schon die Chefmediziner der US-Drogenbehörde in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehrfach festgestellt hatten.

In den jüngeren Altersgruppen ist der Trend zum Hanf – auch als Alternative zu toxischem Alkohol – noch ausgeprägter: Jeder zweite Österreicher zwischen 16 und 25 Jahren konsumiert zumindest gelegentlich Cannabis.

Bei unseren monatlichen Elternsprechtagen in unserer Homebase am Neubaugürtel 22 konnten wir noch alle ratsuchenden Eltern davon überzeugen, dass die Aufzucht einer ungiftigen Pflanze daheim immer noch die bessere Freizeitbeschäftigung darstellt als das leider immer noch weit verbreitete Komasaufen.

Wir orten zudem rapide steigendes Interesse bei einer demografisch noch größeren Gruppe: Analog zu den Erfahrungen im angelsächsischen Raum bekommen wir zunehmend Anfragen aus der Gruppe der über 50-Jährigen, die in medizinischem Cannabis eine gute Alternative zu den Produkten der Pharmaindustrie sehen. In Diskussionen mit diesen Cannabispatienten kristallisieren sich die Vorteile der natürlichen Therapien rasch heraus: Die Menschen bevorzugen Cannabis, weil es keine unangenehmen Nebenwirkungen hat.

Wir stellen dabei fest, dass auch viele Dronabinol-Patienten Informationen zum Eigenanbau von medizinischem Cannabis suchen. Hauptgrund ist dabei der Kostenfaktor. In Form von Dronabinol kostet ein Gramm THC-Reinsubstanz in Österreich 600 Euro und damit ein Vielfaches derselben Menge aus Eigenanbau.

Die zunehmende Popularität von Cannabidiol (CBD) als natürliches Medikament könnte den Eigenanbau in der Alpenrepublik weiter ansteigen lassen, da das einzige in Österreich zugelassene CBD-Extraxt “Sativex” aufgrund der Kosten – monatlich 714 Euro für eine von vielen Patienten als zu gering angesehene CBD-Menge – für die meisten Schmerzpatienten außerhalb ihrer finanziellen Möglichkeiten liegt.

 

Cannabidiol-Import gelungen

Gute Nachrichten: Ein ÖHV-Mitglied berichtete kürzlich vom erfolgreichen Import eines CBD-Extrakts aus den USA. In Österreich ist ja nur THC, nicht aber die vielen anderen Cannbinoide der Hanfpflanze illegalisiert.

 

Generalversammlung stellt Weichen für 2014

Auf der 1. Generalversammlung am 17. November wurden die Weichen für 2014 gestellt. Der bisherige ÖHV-Obmann David Rosse kündigte seinen Rückzug zum Jahresende an und schlug ÖHV-Sprecher Toni Straka als seinen Nachfolger vor. Nach Dave‘s Rückzug werden die Aktivitäten des ÖHV bis zur nächsten Generalversammlung im Frühjahr interimistisch von Toni Straka und Alex Pistor übernommen.

Ausblick 2014

Straka führte bei der Generalversammlung die wichtigsten Stoßrichtungen des Hanfverbands im neuen Jahr im Detail aus.

Priorität Nummer eins wird für den Hanfverband die möglichst rasche Entkriminalisierung der grob geschätzt 100.000 Schmerzpatienten in Österreich sein, für die medizinisches Cannabis das Heilmittel erster Wahl ist.

“Menschen Schmerzen leiden zu lassen, obwohl ihnen der Konsum einer ungiftigen Pflanze sofortige Erleichterung bringen könnte, widerspricht allen humanitären Grundsätzen von Fürsorge und Heilung für Kranke”, sagte Straka und wies zusätzlich darauf hin, dass das menschliche Leben im österreichischen Rechtswesen das höchste schützenswerte Gut darstellt.

Auch höhere Stellen in Österreich scheinen Cannabis nicht mehr als Problemsubstanz zu beurteilen. Im nationalen Drogenbericht kommt Hanf nurmehr peripher vor und die jährlich adaptierte “Wiener Drogenstrategie” befasst sich primär mit Alkohol und Psychopharmaka, ohne Cannabis auch nur mit einem Wort zu erwähnen.

 

Legalize, Regulate, Educate, Medicate

Der Hanfverband will 2014 im Rahmen des Schwerpunkts “Government Relations” mit Informationskampagnen auf die vielen Vorteile von Cannabis als natürlicher Medizin hinweisen. Schwerpunkt wird dabei im Frühjahr die UN-Drogenkonferenz in der Wiener UN-Niederlassung in Kooperation mit Europas größter Legalisierungs-NGO ENCOD sein.

Der Hanfwandertag am 3. Mai 2014, eventuell unter einem neuen Namen, und das Festival für Frieden, Freude & Toleranz Ende August werden die Highlights unserer diesjährigen Aktivitäten sein und wir erwarten bei beiden Events erneut deutlich höhere Teilnehmerzahlen.

 

Rechtsschutz-Angebot

Ab dem ersten Quartal 2014 wird der ÖHV auch ein besonderes Zuckerl für Home-Grower und Konsumenten anbieten. Die Details sind derzeit in Ausarbeitung. Wir können aber schon so viel verraten: Mittels einer auch anonym erwerbbaren Rechtsschutz-Mitgliedschaft wollen wir Growern und Konsumenten von medizinischem Cannabis den Stress bei Kontakten mit der Exekutive nehmen.

 

Push für mehr Mitglieder

Als Österreichs Lobby für Hanffreunde wollen wir 2014 weiter kräftig wachsen. Mit regelmäßigen Infoständen und verstärkter Kooperation mit den Hanfshops wollen wir unsere Mitgliederbasis kräftig erweitern. Wir peilen deutlich vierstellige Mitgliederzahlen an, damit unsere Entkriminalisierungsforderungen auch bei den offiziellen Stellen das Gehör bekommen, das sie verdienen.