Neue Hoffnung in der Behandlung von Schizophrenie

Populär ist die antipsychotische Wirkung eines nicht psychoaktiven Bestandteils des Cannabis. Schon in den 1980er Jahren begannen die Untersuchungen zur angststörungslösenden Wirkung des CBD (Cannabidiol) und heute sind wir an dem Punkt angelangt, wo die Wissenschaft in ihm ein vielversprechendes Mittel zur Behandlung von Schizophrenie sieht. Die gegenwärtig angewandten Medikamente lindern die „positiven Symptome“ der Schizophrenie – d. h. die bei einem gesunden Menschen nicht auftretenden besonderen Auswirkungen – wie Halluzinationen und Trugbilder. Bei solchen kognitiven negativen Symptomen wie verringerter Sprachfähigkeit, zurückhaltender gesellschaftlicher Interaktion oder abgestumpfter Gefühle zeigen sie keine Wirkung. Demgegenüber lässt eine in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichte, neue australische Untersuchung darauf schließen, dass CBD gerade auf diesen Gebieten fähig ist, eine Verbesserung zu erreichen. Die ForscherInnen erzeugten bei Ratten eine künstliche Schizophrenie und gaben ihnen dann drei Wochen lang 10 mg CBD pro Kilogramm Körpermasse. Sie fanden heraus, dass mit der Anwendung von Cannabidiol die Auffassungsgabe der Ratten, ihr Arbeitsgedächtnis und ihr Sozialverhalten wieder in Ordnung kamen. Das bedeutet, dass CBD auch bei Menschen zur Behandlung von Schizophreniesymptomen eingesetzt werden kann, wo andere Medikamente bisher nicht erfolgreich sind. Zudem verfügen die bisher bei der Behandlung der Krankheit eingesetzten Antipsychotika über eine breite Skala von Nebenwirkungen – von Muskelkrämpfen über Angststörungen bis hin zu Zittern und Ohnmacht. Einige angewandte Präparate führen auch zu Gewichtszunahme und Stoffwechselstörungen, tragen zur Zuckerkrankheit bzw. dem Risiko eines hohen Cholesterinspiegels bei. Für die Wissenschaft ist die Anwendung von Cannabidiol deshalb interessant, weil es keine der Nebenwirkungen hervorruft, sondern die meisten dieser Nebenwirkungen therapiert. Die ForscherInnen warnen jedoch alle PatientInnen vor Experimenten, da das THC die Schizophreniesymptome verschlimmern kann. Sie fügen hinzu, dass sie bei gesunden Personen keine Verbesserung der kognitiven Funktionen haben feststellen können.