Nach Verbannung von Amazon: CBD-Markt schwankt beträchtlich Jul11

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Nach Verbannung von Amazon: CBD-Markt schwankt beträchtlich

Während Cannabidiol (CBD) im deutschsprachigen Raum immer mehr Fans wegen seiner vielfältigen Heilwirkungen bekommt, wurde der Vertrieb von CBD-Produkten bei den Online-Giganten Amazon und E-bay durch eine Änderung der Geschäftsbedingungen im April ausgeschaltet. Waren zuletzt allein auf der deutschen Amazon-Plattform über 4.000 Produkte von dutzenden Händlern aller Art – von Kosmetika bis zu Tinkturen und Ölen – zu finden, gibt es jetzt lediglich noch Fachliteratur.

Amazon änderte im April die Geschäftsbedingungen und fordert nun das Unmögliche: Hanfprodukte dürfen theoretisch gar keine Cannabinoide enthalten. Dies widerspricht aller Vernunft, sagen AktivistInnen. Erst im vergangenen November hatte sie die Weltgesundheitsorganisation WHO offiziell als unbedenklich eingestuft. Warum Amazon seinen KundInnen nicht mehr die Möglichkeit gibt, CBD-Produkte online zu erwerben, bleibt ungeklärt. EU-zertifizierte Hanfblüten sind jedoch weiterhin auf Amazon erhältlich.

Das Aus für CBD-Produkte traf Händler im ganzen deutschsprachigen Raum hart, nachdem der Markt zuvor hohe Wachstumsraten erfahren hatte. „Unsere Umsätze hatten sich monatlich verdoppelt“, hieß es auf eine Anfrage der Redaktion beim Wiener CBD-Händler Green Future.

Das macht sich auch am CBD-Markt bemerkbar. Der österreichische Zoll lässt seit Ende April keinen THC-armen CBD-Hanf mehr durch. Zuvor war reges grenzüberschreitendes Geschäft in beide Richtungen zu beobachten, wobei die Großhandelspreise für beste Lampenqualität auf zuletzt 3.000 Euro je Kilogramm gefallen waren, nachdem sie zu Jahresbeginn noch bei 4.000 Euro und mehr lagen.

Überangebot in der Schweiz

Der Ausfall der Schweiz als Lieferant (mit dem nationalen THC-Grenzwert von einem Prozent liegt das Land weit über dem EU-Limit von 0,2 Prozent) ist aber auch auf schwarze Schafe zurückzuführen, die versuchten, Ware über dem EU-Limit mit gefälschten Zertifikaten im EU-Raum loszuwerden.

Eine hohe Nachfrage gibt es mittlerweile in Italien, wo Großhändler ganze Wagenladungen auf einmal kaufen. In Italien liegt der THC-Grenzwert für CBD-Rauchhanf bei 0,6 Prozent.

In Österreich wird die Produktion 2018 deutlich ansteigen. „Bei uns melden sich jede Woche neue Produzenten“, sagte Hanf-Institutsobmann Toni Straka, wobei die geplanten Anbauflächen von wenigen Quadratmetern bis zu ganzen Industriehallen reichten.

Es bleibe abzuwarten, ob sich in Österreich das Schweizer Szenario wiederholt, wo viele Kleinproduzenten keine Abnehmer hätten und nun auf vertrocknendem Gras sitzenblieben, sagte Straka.