Motavation

THC-Hammer mit Überraschungsfaktor

MotavationMit der Übernahme von Magus Genetics hielt auch die 70/30 Indica/Sativa-Sorte Motavation Einzug in das erlesene Sortiment von Serious Seeds. Die Entwicklung dieses Strains durch Magus-Züchter Gerrit datiert ungefähr zehn Jahre zurück, und sie verlief auf ungewöhnliche Weise. Am Anfang stand ein von Gerrit entwickelter Vorläufer namens “Starwarz“. Einst berichtete er: “Starwarz war eine Pflanze, die aus der Kreuzung des besten Sensi Star-Klons des bekannten Coffeeshops Bluebird und meiner besten männlichen Warlock entstand. Später begann ich, von dem Bluebird-Klon sowie einigen Samen, die ich vom Grower Mosca Negra erhalten hatte, eigene Sensi Star-Linien zu ziehen. Ich führte eine Reihe von Testkreuzungen mit den daraus resultierenden Pflanzen und der gleichen männlichen Warlock durch, die ich für die Kreation von Starwarz verwendet hatte. Es gab gewisse Unterschiede zwischen den verschiedenen Linien, die aus diesen Experimenten entstanden, aber ich mochte irgendwie alle Pflanzen und brachte es nicht fertig, den entstandenen Samenüberschuss zu vernichten. Stattdessen verschenkte ich diese Experimental-Seeds, einige in Form des “Bargain Mix“, zusammen mit anderen Samen, einige aber auch separat, unter der Bezeichnung “SS F2 x WL“. Einige dieser Seeds gingen an einen österreichischen Grower und Medizinalhanfpatienten, der einige Monate später mitteilte, dass die Ergebnisse superb gewesen seien, er die Sorte “Medizin Power” genannt habe und sie auch bei anderen Medizinalhanfpatienten sehr populär geworden sei. Für einen Bericht im Heads Magazine verwendete ich dann diese deutsche Bezeichnung als vorübergehenden Sortennamen.” In anderen Publikationen aber bezeichnete Gerrit die später “Motavation” getaufte Sorte dann als “London Memories“. Wie kam es dazu? Gerrit: “Im Oktober 2004 wurde in England in der Wembley Conference Hall die erste London Hemp Fair abgehalten. Ich hatte zu der Zeit die Auswertung erster Testkreuzungen zwischen Sensi Star und Warlock abgeschlossen und etwas mehr als 1.000 Samen von der besten Linie übrig. Weil das aber nicht genug war, um mit der, entschied ich stattdessen, sie auf der Londoner Messe als “Freebies” zu verschenken. Zu dieser Zeit hatte ich den (bereits ausgewählten) Sortennamen “Motavation” noch nicht registrieren lassen, sodass ich fand, dass “London Memories” ein weiterer netter Übergangsname sein würde. Auf diese Weise konnte ich in Ruhe den Namen “Motavation” rechtlich schützen lassen und in der Zwischenzeit neue Samen produzieren und die Sorte perfektionieren. Fast unmittelbar nach ihrem offiziellen Markteintritt im Jahre 2005 errang Motavation bereits einen bemerkenswerten Sieg, als sie die Indica-Wertung des International Cannagraphic Cup 2005 gewann – und das mit Blind-Testing durch eine bunte Schar aller möglichen internationalen Grower und Smoker! Zwei weitere Cup-Auszeichnungen sollten im Laufe der Jahre folgen, zuletzt 2013 der Sieg in der Indica-Kategorie des renommierten Expogrow-Cups in Spanien.

Motavation wird als eher flach wachsende, kompakte Pflanze beschrieben, der man eine etwas längere Wachstumszeit als gewöhnlich geben sollte, Serious Seeds empfiehlt für Sämlinge fünf bis sechs Wochen. Ihre Blütezeit liegt bei 50–60 Tagen, am Ende ist ein Ertrag von 300–500 g/m2 zu erwarten. Unter natürlichem Licht gelangt Motavation Ende Oktober zur Reife. Sie zeichnet sich durch dichte, große Buds, einen reichen Harzgehalt sowie ein sehr besonderes, intensives süßes Aroma aus, das in seinen Untertönen geruchlich an frische Farbe oder Terpentin erinnert. Die Wirkung besteht in einem überwältigend starken Indica-Körpereffekt; auf geistiger Ebene jedoch soll Motavation trotz aller Stonedheit einen Kreativschub bewirken. “Allerdings muss die Ausführung der vielen Ideen, die man dann hat, warten, bis die Wirkung verklungen ist“, merkt Serious Seeds augenzwinkernd an. Motavation ist auch medizinisch wertvoll, z. B. als schmerzlinderndes oder einfach Tiefenentspannung bringendes Mittel.

Motavation von Serious SeedsMr. Power-Planter braucht genau solch eine Sorte, um von seinem anstrengenden Tagewerk abschalten zu können und auf andere Gedanken zu kommen. Also beschloss er, Motavation einem Test-Grow zu unterziehen. Die vegetative Vorzucht übernahm dieses Mal aufgrund von Platznot allerdings sein Kumpel Ellis D., der in einem beheizten Mini-Gewächshaus fünf feminisierte Motavation-Samen zur Keimung brachte. Sie kamen zeitig nach ungefähr drei Tagen aus ihren Jiffy-Pots hervor und wuchsen in den ersten zwei Wochen dicht platziert unter zwei 36 Watt starken fluoreszierenden Cool White-Röhren (nach einigen Tagen hatte Ellis D. die Jungpflanzen in 7,5-Liter-Töpfe mit PlagronGrow-Mix gesetzt). Dies führte zu einem sehr kompakten Anfangswachstum, schon bald zeigten sich die Ansätze der ersten Seitentriebe. Nach zwei Wochen kamen die fünf Motas dann unter eine 250-Watt-HPS-Lampe und gediehen prächtig und sehr homogen, wurden buschig, sattgrün und waren sehr hübsch anzuschauen. Als Ellis D. sie nach drei Wochen in die Obhut Mr. Power-Planters übergab, waren sie um die 30cm hoch. In Mr. Power-Planters Quartier erfreuten sich die fünf Motas dann einer Quadratmeter-Beleuchtungsstärke von 600-Watt-HPS, was zusammen mit der Tatsache, dass sie ein weiteres Mal umgepflanzt worden waren (in 18-Liter-Töpfe), noch einmal einen Wachstumskick ergab. Nach einer Woche, insgesamt also vier Wochen Wachstum, leitete Mr. Power-Planter die Blüte ein, bei Höhen von 45–50 cm. Aufgrund des für die Blüte zu erwartenden lediglich moderaten Streckungseffekts hätten die Pflanzen sicherlich noch mehr vegetative Höhe vertragen können, aber Mr. Power-Planter musste im vegetativen Raum schon die nächste Pflanzengeneration aufstellen.

Im Verlauf der Blüte streckten sich die schon vorher nicht kurzen Seitentriebe noch einmal gut und bildeten um den starken Leittrieb und seine Top-Cola herum einen dichten, ausladenden Teppich voller fetter Blütenköpfe. Überraschenderweise legte die Indica-dominante Sorte Motavation bei der Blütestruktur einen deutlichen Sativa-Einschlag an den Tag: Alle Buds wiesen ein hohes Blüten/Blätter-Verhältnis auf, mit unzähligen eng gepackten kleinen Blütenkelchen, und eine der fünf Plants zeitigte darüber hinaus auch eine längliche, oben spitz zulaufende Bud-Form (dieses Exem-plar setzte sich auch höhenmäßig etwas von den anderen vier ab). Gleichzeitig besaßen alle Blütenstände die Dichte und Härte einer Indica. Auch das Aroma, das sie verströmten, war identisch: Es gab geruchlich tatsächlich jenen “frischen Anstrich“, einen Anflug von frischer Farbe, der in diesem Fall aber völlig unbedenklich in tiefen Zügen einzuatmen war, weil 100% biologisch! Mr. Power-Planters Nase sagte dieses im Verlaufe der Blüte immer schwerer werdende Aroma sehr zu, und das Gleiche galt für den stattlichen Harzgehalt: Viele Blütenblätter waren von Anfang bis Ende mit Harzdrüsen besetzt, sodass Mr. Power-Planter schon freudig an die Zubereitung von feinstem Hasch per Wasserextraktion dachte.

Am Ende der Kultur hatten sich die Pflanzen bei 68–87 cm eingependelt, wobei die Höhe in Orgelpfeifen-Manier mit jeder einzelnen Pflanze leicht abnahm. Die leichten Höhenunterschiede bewegten sich also in einem Bereich, den man insgesamt noch als homogene Performance bezeichnen konnte. Zumal alle fünf Motavation-Plants mit einer wahren Parade an blütenmäßig hervorragend bestückten langen Seitenzweigen beeindruckten, die oben von voluminösen dichten Head-Buds gekrönt waren, die es teilweise fast mit der jeweiligen Top-Cola des Haupttriebs aufnehmen konnten. Und auch die Blütenreifung verlief schön einheitlich: Nach 54–57 Tagen konnte Mr. Power-Planter alle fünf Pflanzen ernten, pünktlich innerhalb des angegebenen Erntezeitfensters.

THC-Hammer mit Überraschungsfaktor

Nach der Trocknung der Buds ergab sich ein ausgezeichnetes Erntegewicht von insgesamt 385g, durchschnittlich also knapp 80g pro Pflanze. Und bei längerer Wachstums-phase hätte Mr. Power-Planter mit Motavation sicherlich die 100g-Marke knacken können. So wie es eine Überraschung gewesen war, dass die Mota-Blüten einen deutlichen Sativa-Einschlag gezeigt hatten, kam es beim Testrauchen der Buds ebenso überraschend, dass diese durch die Bank einen verdammt heftigen Indica-Stone lieferten, der sich schon nach wenigen Zügen wie Blei über Mr. Power-Planters Körper legte und auch seinen Kopf zunächst stark benommen in wattige Wolken hüllte. Denn angesichts jener gewissen Sativa-Attribute der Buds hatte er damit gerechnet, dass die Mota-Wirkungsweise etwas von der Beschreibung abweichen könnte, dass auch im High mehr Sativa-Anteil spürbar gewesen wäre. Allerdings fiel Motavations Sativa-Genetik bei der Wirkung nicht ganz unter den Tisch, sondern machte sich ganz genauso bemerkbar wie von Serious beschrieben: Durch eine muntere, kreative Gedankenwelt, die sich nach einer kleinen Weile in Mr. Power-Planters Kopf auftat und ihm unter anderem die Lösung für ein bestimmtes technisches Problem in seinem Grow-Raum eingab. Er fühlte sich also zwar mächtig stoned und tiefenentspannt, gleichzeitig aber geistig auch sehr beweglich und leicht euphorisiert. Diese Wirkung hielt annähernd zwei Stunden an. Geschmacklich erwiesen sich die Mota-Buds als ebenso aromatisch und würzig, wie es ihr auch nach der Trocknung noch an frische Farbe erinnerndes Aroma verheißen hatte. Wobei diese Assoziation beim Flavour dann selbstverständlich nicht mehr aufkam, sondern einer komplexen süßen Würzigkeit wich, die eine lange Verweilzeit im Mund hatte.

“Eine unkompliziert zu growende, mächtig potente und ertragreiche Sorte mit besonderem Duft und ungewöhnlicher Wirkungsweise“, befand Mr. Power-Planter und fügte hinzu: “Ein Segen, dass diese Sorte nach Gerrits Demission durch Serious Seeds erhalten worden ist!“

Link: Serious Seeds – Motavation