Mit Marihuana zurückgewonnene Kindheit

Für Eltern gibt es keine größere Tragödie, als Tag für Tag dem Leiden ihres Kindes tatenlos zusehen zu müssen. Paige und Matt Figi entdeckten nach jahrelanger erfolgloser Therapie schließlich das Cannabisöl, das den Zustand ihrer Tochter erheblich und ohne Nebenwirkungen verbessert hat. Charlotte Figi ist erst sechs Jahre; sie leidet seit dem Alter von drei Monaten an einer seltenen Form der Epilepsie, dem Dravet-Syndrom. Mit mehr als hundert Anfällen in der Woche war es ihr unmöglich, ein sorgloses Leben wie das ihrer Gleichaltrigen zu führen. Obwohl Charlotte ihren ersten Anfall im Alter von drei Monaten erlitt, konnten die Ärzte erst, als sie zwei Jahre alt war, die seltene Nervenkrankheit diagnostizieren. Bis dahin war sie schon mit Dutzenden von Medikamenten behandelt worden, aber langfristig erwies sich keines von ihnen als wirksam, zudem riefen einige von ihnen ernsthafte Nebenwirkungen hervor und führten zur Abhängigkeit.

In Anbetracht dessen schrieb ihr ein Spezialist eine Diät mit hohem Fett- und geringem Kohlenhydratgehalt vor, welche die Anfälle eine Zeit lang linderte, doch Charlottes Immunsystem wurde geschwächt und ihre Knochen wurden weich; Anzeichen von Unterernährung und Verhaltensstörungen stellten sich ein. Die Eltern hätten das damals in Kauf genommen, aber nach Ablauf von zwei Jahren stellten sich die Anfälle auch so wieder ein.


Das ist nun vorbei. Im Jahr 2000 wurde in Colorado die Verwendung von Marihuana zu therapeutischen Zwecken erlaubt und Charlottes Eltern unternahmen – nachdem sie ihren Widerwillen gegen Marihuana niedergekämpft hatten – einen Versuch mit der Anwendung von Cannabisöl. Für das Mädchen wurde Cannabisöl mit einem niedrigen THC- und einem hohen CBD-Gehalt hergestellt, das praktisch keine psychoaktive Wirkung hatte. Es blockierte jedoch wirksam die Anfälle – in einem Maße, das die Erwartungen der Ärzte übertraf: Drei bis vier Milligramm Cannabisöl, zweimal täglich ins Essen gegeben, verringerte innerhalb von acht Monaten die Zahl der Anfälle von 2 bis 300 in der Woche auf 3 (!). Charlotte ist auf kein weiteres Medikament mehr angewiesen und das Cannabisöl zeitigte bisher keinerlei Nebenwirkungen. “Das Einzige in den sechs Jahren, das sich ohne Nebenwirkungen bewährt hat”, erklärte Paige Figi den Medien. Sie will nun zusammen mit ihrem Ehemann die Wirksamkeit des Cannabisöls anderen Eltern von Kindern mit Dravet-Syndrom nahebringen.