Mit dem Einsatz von medizinischem Cannabis zufrieden

Laut einer umfassenden israelischen Studie stufen Zweidrittel der Krebskranken, die an einem Medizinalmarihuana-Programm teilnahmen, die schmerzstillende Eigenschaften des Cannabis als wirksam ein und sind mit der Behandlung zufrieden.

 

An den Untersuchungen im Heilzentrum Sheba die in Zusammenarbeit mit dem Israelischen Krebsverband durchgeführt wurden, nahmen 264 krebskranke Patienten teil, die ein Jahr lang mit medizinischem Marihuana behandelt wurden. 61% der Patienten berichteten von einer beträchtlichen Steigerung der Lebensqualität und 56% konnten so die mit ihrer Krankheit einhergehenden Schmerzen wirksamer be-kämpfen. Insgesamt sprachen sich 67% der Versuchspersonen für diese Art der Behandlung aus, wobei 65% von ihnen auch anderen Patienten das medizinische Marihuana empfehlen würden.

Diese Ergebnisse wurden auch auf der Konferenz des Israelischen Onkologie-Verbandes in Eilat vorgestellt. Der Studie zufolge wurde der Cannabis am häufigsten bei Lungenkrebs, Brustkrebs und Tumoren der Bauchspeicheldrüse eingesetzt, und zwar hauptsächlich als schmerzstillendes Mittel, aber gelegentlich auch zur Linderung des Brechreizes oder in Fällen von allgemeiner Schwäche. Die Studie betont, dass der Mehrheit der Tumor-Patienten der Cannabis erst in einer fortgeschrittenen Krankheitsphase verschrieben wurde und empfiehlt den Ärzten, das medizinische Marihuana bereits in früheren Stadien der Krebsbehandlung zu verschreiben. Normalerweise wurde diese Behandlungsform ungefähr der Hälfte der beteiligten Patienten von ihrem Arzt empfohlen, die übrigen hatten von der Existenz der Cannabis-Therapie durch Freunde, andere Patienten oder aus den Medien erfahren. Die Verfasser der Studie hielten es daher für sehr wichtig, dass qualifizierte Ärzte die Patienten, die eine derartige Behandlung benötigen, auf die nachweislich wirksame Behandlungsform hinweisen.

Die Studie bezeichnete die Nebenwirkungen des regelmäßigen Marihuana-Konsums als mäßig, wobei als häufigstes Symptom das Schwindelgefühl hervorgehoben wurde. Laut Miri Ziv, dem Leiter des Israelischen Krebsverbandes, „wurde das medizinische Marihuana in den vergangenen Jahren den Tumorkranken zugänglich gemacht und ist der Verband der Meinung, dass diese Behandlungsform von Experten der Krebsbehandlung reglementiert werden müsste”.

In den vergangenen Jahren stieg die Zahl der mit medizinischem Marihuana behandelten Patienten in Israel um 66% an was derzeit einer Zahl von 7-8000 Personen entspricht. Das Gesundheitsministerium geht jedoch davon aus, dass die Zahl der Behandelten nach der Schaffung eines vollständigen und detaillierten Regelwerks für dieses Behandlungsprogramm bei insgesamt 40 000 Patienten liegen wird.

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