Menschenfeindliches Verbot

Komponenten des Cannabis können Demenz verhindern – dies stellte sich bei einer Neuuntersuchung bereits früher erhobener Ergebnisse heraus. Die ForscherInnen des kalifornischen Salk Institute behaupten, dass die strengen Drogengesetze weitere Forschungen zum Beleg dieser Ergebnisse verhinderten. Nach ihren bisherigen Untersuchungen könne THC die Ablagerung schädlicher Eiweißstoffe verhindern. Obwohl schon letztes Jahr ein Alzheimer-Medikament auf Cannabisbasis vorgestellt wurde, beklagen sich die WissenschaftlerInnen über die Langsamkeit der Prozesse. Forschungsleiter David Schubert sagte, dass seine Untersuchungen mit zahlreichen rechtlichen Hindernissen kollidierten: „Es ist vollkommen eindeutig, dass die Pflanze detaillierter untersucht werden muss. Wegen der rechtlichen Implikationen ist es jedoch schwierig, genügend Forschungsmittel zu generieren.“ Er berichtete, dass man im Dezember 2016 eine Bewilligung für den Gebrauch von Cannabisextrakten beantragt habe, ohne eine Antwort zu erhalten. Am staatlich geförderten Salk Institute arbeiten gegenwärtig drei Nobelpreisträger – insgesamt stehen elf Nobelpreisträger mit dem Institut in Verbindung – und dennoch müssen sie ein halbes Jahr auf eine Entscheidung bezüglich eines Cannabisantrags warten. Und das in einer Zeit, in der Kalifornien nicht nur den Konsum und Handel mit therapeutischem, sondern auch denjenigen mit rekreativem Hanf bewilligt hat. Das Gesetz erschwert natürlich nicht nur den ForscherInnen den Zugriff, sondern auch allen, die sich therapieren möchten. Nach Meinung eines neuseeländischen Parlamentskomitees diskriminiere das Cannabisverbot ältere Menschen, denn die Jüngeren könnten sich leicht über die Gesetze hinwegsetzen und Gras beschaffen, während das bei den Älteren wegen fehlender Kontakte nicht so einfach sei. Die Parlamentsgruppe möchte erreichen, dass RentnerInnen in ihrem Garten Cannabis anbauen können, in erster Linie und zur Behandlung ihrer Krankheitssymptome. Nach Ansicht des Sprechers der Kommission diene das Verbot nicht dem Krieg gegen die Drogen, sondern sei einfach menschenfeindlich. Die Diskriminierung älterer Menschen bestärke seine Sicht der Dinge. Dem stimmen wir unumwunden zu.