Medizinisches Cannabis kann bei Kindern mit Autismus wirksam sein

Autismus gehört zu den Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) und ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die verschiedene Ausprägungen und Formen annehmen kann. Bei Menschen mit der Diagnose Autismus sind Auffälligkeiten im Verhalten festzustellen. Zwänge und Schwierigkeiten im alltäglichen und sozialen Umgang sind unter anderem Indizien für eine Autismusstörung. Die Symptome treten oft schon im Kindesalter auf und begleiten die Betroffenen lebenslang. Die Ursache für die Erkrankung ist noch unklar, jedoch wird davon ausgegangen, dass die genetische Veranlagung sowie Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Neben Verhaltenstherapien und Medikamenten, die den Symptomen entgegenwirken sollen, gibt es bislang noch kein wirksames Heilmittel oder standardisierte Behandlungsformen.

Cannabidiol (CBD) hilft nicht nur bei Schlafstörungen und chronischen Schmerzen, indem es beruhigend und schmerzlindernd wirkt, sondern es kann bereits im Kindesalter positive Auswirkungen auf das Verhalten haben. Medizinisches Cannabis kann im Zusammenhang mit Autismus das Verhalten und die Kommunikation verbessern. Außerdem wurde herausgefunden, dass es eine Verbindung zwischen Autismus und den Cannabinoidrezeptoren im Endocannabinoidsystem gibt.

 

Studie mit medizinischem Cannabis bei Kindern mit Autismus zeigt positive Wirkungen

Eine Kombination aus einer hohen CBD- und einer niedrigen THC-Konzentration könnte sich bei kindlichen Verhaltensstörungen als wirksam erweisen. Dies geht aus einer Studie, bei der die Wirkung eines Cannabisextrakts getestet wurde, hervor. WissenschaftlerInnen des Shaare-Zedek-Medizinzentrums in Jerusalem (Israel) untersuchten 60 autistische Kinder mit einem Durchschnittsalter von 11,8 Jahren innerhalb einer Spanne von fünf bis 18 Jahren. Das angewendete medizinische Cannabis wies ein CBD/THC-Verhältnis von 20:1 auf. Dabei lag die CBD-Dosierung bei 10 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Die Maximaldosis THC waren 0,5 mg/kg. Es wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit mit standarisierten Skalen gemessen – der Home Situations Questionnaire Autism Spectrum Disorder (HSQ-ASD) und dem Autism Parenting Stress Index (APSI).

 

Auffällige Verhaltensweisen ebbten nach Behandlung mit CBD ab

Nach der Cannabisbehandlung gab es bei 61 Prozent der PatientInnen eine deutliche bis sehr deutliche Verbesserung bezüglich der Verhaltensausbrüche. Probleme mit Angstzuständen und in der Kommunikation waren bei 39 Prozent deutlich verbessert und bei 47 Prozent sehr deutlich verbessert. Störendes Verhalten nahm um 29 Prozent ab. Außerdem wurde durch die Einnahme des Extraktes laut Einschätzung der PatientInnen Stress reduziert. Dies geht auch aus den APSI-Werten hervor, bei denen es eine Verbesserung um 33 Prozent gab.

Die AutorInnen folgerten, dass diese „vorläufige Studie die Geeignetheit von CBD-basiertem medizinischem Cannabis als eine vielversprechende Behandlungsoption für therapieresistente Verhaltensprobleme bei Kindern mit ASD unterstützt“.

Zurzeit gibt es keine Methode oder Behandlungsform zur Heilung von Autismus und auch keine Möglichkeit, diese Erkrankung zu verhindern. Bei der Behandlung von Autismus kann medizinisches Cannabis jedoch eine alternative Methode sein, die die Symptome zu reduzieren scheint. Zukünftig werden mehr Forschungen erwartet, die die Vorteile der Cannabinoidtherapie aufzeigen werden.

Quellen:

https://cbdratgeber.de/therapie/autismus/

https://www.cannabismed.org/german/bulletin/ww_de_db_cannabis_artikel.php?id=537&search_pattern=medizinisches,cannabis#3

 

Katharina Marxen – Kalapa-Clinic

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