Medizinisches Cannabis heiß begehrt

Seit beinahe einem Jahr schon ist es ÄrztInnen in Deutschland möglich, ihren PatientInnen Cannabisprodukte wie Blüten oder Extrakte auf Betäubungsmittelrezept zu verschreiben. Wie sich nun zeigt und zuvor schon vielen klar war, ist die Nachfrage um Einiges höher als die Regierung angenommen hat – ein Grund für die anhaltenden Lieferengpässe. Die drei größten Krankenkassen Deutschlands (Barmer, AOK und TK) haben nun Zahlen veröffentlicht, wonach 13.000 Anträge auf Kostenübernahme für Cannabisprodukte eingegangen seien. Von diesen sollen rund 60 Prozent genehmigt worden sein. Rund die Hälfte der Anträge fiel dabei allein auf die AOK, die über 4.000 der bei ihr eingegangenen 7.600 Anträge genehmigte. Es lässt sich also erkennen, dass sich die Problematik der Kostenübernahme allmählich bessert; dies allein beseitigt aber noch lange nicht alle Hürden, denen sich CannabispatientInnen in Deutschland gegenübersehen. So brauchen derzeit Apotheken mitunter bis zu vier Wochen, um Cannabisblüten der entsprechenden Sorte zu beschaffen. PatientInnen wird geraten, vor der Ausstellung des Rezeptes mit der Apotheke Rücksprache bezüglich der Verfügbarkeit der medizinischen Cannabisprodukte zu halten. Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler, unter anderem bekannt für die Aussage „Verboten, weil illegal“, lobte das Gesetz und verschweigt die totale Fehlkalkulation: „Die steigende Zahl der Genehmigungen zeigt, wie wichtig es war, dieses Gesetz im letzten Jahr auf den Weg zu bringen“, sagte sie laut Rheinischer Post. PatientenvertreterInnen gehen sogar davon aus, dass sich die Zahl der Anträge noch weiter erhöhen wird, ebenso die der Genehmigungen – viele der abgelehnten Anträge könnten laut ExpertInnen mit ergänzenden Befunden nochmals überprüft und schließlich genehmigt werden.