Medizinischer Cannabismarkt in Deutschland stagniert

Die Analysen des letzten Jahres zeigten einen deutlichen Anstieg auf dem derzeit größten europäischen Markt für medizinisches Cannabis. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres scheint das Wachstum in Deutschland jedoch ins Stocken geraten zu sein.

Bis zum 6. März hatte das Land 1.032 Kilogramm medizinische Cannabisblüten für Apotheken importiert. Wenn wir die Gesamtmenge von 6.500 kg aus dem Jahr 2019 auf zwei Monate umlegen, sehen wir, dass die Menge überhaupt nicht zugenommen, sondern um einige Prozent abgenommen hat. Daraus lassen sich keine weitreichenden Schlüsse ziehen, da das Importvolumen im vergangenen Jahr schwankte und wir in anderen Ländern sahen, dass der Verkauf von medizinischem Cannabis in den ersten Monaten der Epidemie zunahm. Der deutsche Markt hat sich seit seiner Öffnung im Jahr 2017 jedes Jahr verdoppelt und Prognosen besagen, dass sich das Wachstum im Jahr 2020 fortsetzen wird. Bei der Marktentwicklung spielt auch eine Rolle, dass dieses Jahr voraussichtlich das letzte sein wird, in dem Deutschland vollständig auf Importe angewiesen ist, da 2021 aller Wahrscheinlichkeit nach der Anbau im Inland beginnt. Die Importe verteilen sich derzeit folgendermaßen: Kanada ist mit 3.500 kg Cannabis-Blütenständen der größte Lieferant. Es folgt das niederländische Office of Medicinal Cannabis (OMC), das 2.500 kg Blütenstände für deutsche Apotheken bereitstellte. Außerdem importierte Cannamedical aus Köln 500 kg medizinisches Cannabis aus Portugal. Auch hier gibt es in diesem Jahr eine Änderung, da auch Spanien und Dänemark die erforderlichen Genehmigungen für den Export von Blütenständen von medizinischem Cannabis nach Deutschland erhalten haben. Es ist nicht bekannt, ob diese Länder in den Statistiken für den ersten Zeitraum des Jahres 2020 bereits in der Liste der Hersteller aufgeführt sind. Unverändert bleibt, dass eine Einfuhrlizenz nur einem deutschen Unternehmen erteilt werden kann, auch wenn es Tochtergesellschaft eines kanadischen Unternehmens ist.

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