Marihuana für Kinder?

In einem Punkt sind sich die Anhänger des Verbots und der Legalisierung einig, nämlich darin, dass Marihuana Jugendlichen unter achtzehn Jahren nicht zugänglich gemacht werden darf. Denn das Grasrauchen im Kinder- und Jugendalter ist viel riskanter als der Cannabiskonsum bei Erwachsenen. Dennoch gibt es Krankheiten, bei denen momentan nur die Wirkstoffe des Marihuanas helfen können. Wie sollen die Eltern sich richtig entscheiden? Eine Gruppe von Eltern, deren Kinder an einer seltenen und starken Form der Epilepsie, dem Dravet-Syndrom, leiden, fand die Lösung im Cannabidiol (CBD) und in der Verwendung von Cannabissorten, die keine psychoaktiven Wirkstoffe enthalten, obzwar die Beschaffung der entsprechenden Sorten mit vielen Problemen einhergeht. Kinder, die am Dravet-Syndrom leiden, können täglich hundert Anfälle erleiden, von denen die stärksten stundenlang andauern können. Je länger ein Krampfanfall dauert, desto größer ist das Risiko, dass der Patient bleibende Schäden erleidet, die auch die Entwicklung des Gehirns beeinflussen können. Eine Heilmethode ist nicht bekannt; die erhältlichen Medikamente beenden die Krämpfe nicht, verfügen jedoch über Nebenwirkungen, sodass momentan die Mäßigung des Umweltstresses als wirksamste Therapie erscheint. Eine Gruppe betroffener Eltern erkannte, dass das CBD-reiche Cannabis die Symptome wirkungsvoll lindert. Sie gründeten eine Facebook-Gruppe, in der sie Erfahrungen austauschen und einander Unterstützung anbieten. Das leicht psychoaktive, krampflösende und entzündungshemmende Cannabis offenbarte sich vielen von ihnen als Alternative zu den traditionellen Medikamenten mit ihren starken Nebenwirkungen. Alle Eltern der Facebook-Gruppe machten die Erfahrung, dass sich der Gesundheitszustand ihrer Kinder verbesserte. Einige von ihnen schwören auf Cannabisölkapseln mit einem Verhältnis von 3:1 von CBD zu THC, welche einen vierzehnjährigen Jungen quasi symptomfrei machten und auch seine Lebenslust und seinen Appetit verbesserten. Im Fall eines anderen Jungen verringerten sich die täglichen Anfälle auf fünf. Somit werden seine Fähigkeiten, zu laufen und zu schlafen sowie sein Appetit kaum beeinträchtigt. Gleichzeitig gehört auch der durch die früheren Medikamente verursachte katatone Zustand der Vergangenheit an. Am schwierigsten ist es für die Eltern, die richtige Sorte zu finden und eine stetige, qualitativ hochwertige Quelle zu finden. Einige Eltern brachten die Schwierigkeit zum Ausdruck, an den eigenen Kindern den experimentierenden Arzt spielen zu müssen, um die wirkungsvollste Sorte zu finden. Wenn dies jedoch geschehen sei, wären die Ergebnisse so augenfällig, dass sie um keinen Preis zur Verabreichung von bedingt wirksamen Medikamenten mit schweren Nebenwirkungen zurückkehren würden.

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