Mangel an Cannabinoiden als Krankheitsauslöser?

Eine aktuelle wissenschaftliche Studie kommt zu dem Schluss, dass es eine Verbindung zwischen einem Endocannabinoid-Defizit und der Entwicklung von Erkrankungen wie Migräne, Fibromyalgie und dem Reizdarmsyndrom gibt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Cannabis hier ein therapeutisches Potenzial besitzt.

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Das Endocannabinoid-System, bestehend aus Rezeptoren, Enzymen und Endocannabinoiden, ist verantwortlich dafür, verschiedenste Körperfunktionen zu regulieren, einschließlich der Funktionen des Immunsystems, der körperlich-psychischen Gesamtverfassung und des Schlafs. Die Endocannabinoide, die durch den menschlichen Körper produziert werden, reagieren mit diesen Rezeptoren, um das Gleichgewicht der Körperfunktionen aufrechtzuerhalten.

In der von Ethan B. Russo durchgeführten Studie zeigt sich, dass die Entwicklung mehrerer Schmerzsyndrome mit einem Mangel des Endocannabinoid-Systems verbunden ist und dass Cannabis bei der Behandlung dieser Schmerzsyndrome wirksam sein kann. Wenn der Körper nicht genügend Endocannabinoide erzeugen kann, schafft er ein Umfeld, in dem sich pathophysiologische Syndrome eher entwickeln können. Wenn die Endocannabinoid-Funktion im Körper abnimmt, sinkt gleichzeitig die Schmerzschwelle, wodurch Stimmungsschwankungen, Schlaf- und Verdauungsprobleme entstehen können. Dieser Endocannabinoid-Mangel kann auf genetische Ursachen zurückzuführen sein oder nach einer Verletzung, einem Trauma oder einer Krankheit entstehen.

Aus dem Vorhandensein des klinischen Endocannabinoid-Mangels kann geschlossen werden, dass Cannabis die Fähigkeit besitzt, diese Mangel-assoziierten Krankheitsbilder zu lindern. Cannabis ist von Natur aus reich an Cannabinoiden. Wie die Endocannabinoide, die im Körper produziert werden, interagieren auch diese Cannabinoide, beispielsweise Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC), mit den CB-1- und CB-2-Rezeptoren.