Legalisierung in Uruguay verabschiedet

Am 10. Dezember, dem Welttag der Menschenrechte, traf der Senat des uruguayischen Parlaments eine historische Entscheidung. Mit 16:13 Stimmen wurde der Konsum sowie die Zucht und der Handel von Marihuana legalisiert und unter staatliche Kontrolle gestellt. Damit ist das südamerikanische Land das erste, das diesen seit Jahrzehnten erwarteten Schritt vollzieht!

Das von der gegenwärtigen Regierung eingereichte Gesetz tritt in 120 Tagen in Kraft. Danach darf ab April 2014 jeder uruguayische Erwachsene monatlich 40 Gramm Cannabis in lizenzierten Geschäften kaufen – für einen Dollar pro Gramm. Mit diesem, im Vergleich zum Schwarzmarkt unglaublich niedrigen Preis, möchte man erreichen, dass die Konsumenten ihr Gras nicht mehr aus illegalen Quellen beschaffen. Der Kampfpreis beinhaltet – nach staatlicher Kalkulation – auch die Qualitätskontrolle. Somit können die Konsumenten nicht nur an einem sicheren Ort einkaufen, sondern auch sicher sein, dass das erworbene Marihuana sauber ist. Wer an der staatlichen Qualitätssicherung Zweifel hat, dem erlaubt das Gesetz den häuslichen Anbau, der sich auf bis zu sechs Pflanzen oder 480 Gramm geerntete Blütenstände erstreckt. Die Liebhaber der in Europa verbreiteten Cannabis Social Clubs können sich aber auch in Züchtergenossenschaften mit 15 bis 45 Mitgliedern organisieren, wo sie zusammen 99 Pflanzen pro Jahr ziehen dürfen. Das neue Gesetz, das auf den ersten Blick wie ein Hippietraum erscheint, soll jedoch nicht darauf hinauslaufen, dass sich jedes Mitglied der Gesellschaft ohne Sinn und Verstand auf das Ganja stürzt. Uruguays First Lady, Lucía Topolansky, sagte im Zusammenhang mit der Regulierung, dass sie Teil einer größeren kulturellen Veränderung sei, die statt der Verfolgung der Konsumenten auf eine Entwicklung des Gesundheitswesens und die Schwächung der gewalttätigen Drogenkartelle ziele, die gefährliche Drogen verkauften. Präsident José Mujica sagte, man habe den Drogenkartellen in der Vergangenheit den Marihuanamarkt geschenkt, was sich für die Gesellschaft als viel gefährlicher erwiesen habe als das Cannabis selbst. Es sei deshalb an der Zeit, den Marihuanamarkt wieder zurückzunehmen.

Von hier aus begrüßen wir den Mut der uruguayischen Führung und warten ungeduldig auf die praktische Umsetzung der ersten Legalisierung der Welt!