Legalisierende britische Abgeordnete

Als Ergebnis ihrer einjährigen Forschungsarbeit verkündete eine Gruppe von britischen Abgeordneten, dass der logischste Schritt in der Drogenpolitik die Freigabe von Marihuana sei. Im Verlauf dieses einen Jahres hatten sie Interviews gleichermaßen mit SpezialistInnen, DrogenkonsumentInnen und Abhängigen nach dem Entzug geführt. Sie drängen auf die Einrichtung eines staatlichen Komitees, damit noch vor den nächsten Wahlen die Frage der Legalisierung auf die Tagesordnung kommt. Gleichzeitig erwarten sie von der Regierung, dass diese eine Studie über die Kosten der Marihuana-Legalisierung und die zu erwartenden Auswirkungen in Auftrag gibt. Die Abgeordneten betrachten die Entkriminalisierung in Portugal als beispielhaft. Unhaltbar sei jedoch, dass Banden von so genannten organisierten Kriminellen die Banken zur Geldwäsche benutzten, deshalb wünschen sie eine umfassendere Lösung. Neben der legalen Regelung halten sie es für nötig, die Drogenprävention und die Schadensbegrenzung in den Schulen zu verstärken. Die Regierung zögerte nicht mit der Antwort. Durch ihren Sprecher ließ sie mitteilen, dass bestimmte Drogen illegal seien, weil sie schädlich sind und Leben zu Grunde richteten (siehe Alkohol? – der Red.). Der Regierungssprecher fügte hinzu, man denke überhaupt nicht daran, die Risikoeinstufung für Marihuana zu ändern, und an Legalisierung schon gar nicht. Wir werden sehen, was die Abgeordnetengruppe erreichen wird. Nebenbei bringt sie auch den Willen des Volkes zum Ausdruck, denn der Untersuchung YouGov 2012 zufolge sind 60 % der britischen Bevölkerung für die Legalisierung.