Krumme Gurken

Vom Biogemüseproduzenten zum Hanfspezialisten

Biogärtner Alois Posch wohnt im Bezirk Radkersburg in der Südoststeiermark. Seit 17 Jahren ist er Biobauer aus Leidenschaft.

Medijuana: Würdest du uns deinen Betrieb etwas näher beschreiben?

Alois: Meine Frau und ich haben uns vor mehr als zehn Jahren auf die Produktion von Biogemüse spezialisiert. Auf den besten Schwemmlandböden der Murauen, mitten im europäischen Naturschutzgebiet – Natura 2000 – bauen wir auf circa sieben Hektar Gewächshausfläche Bio-Cherrytomaten, Bio-Paprika, Bio-Pfefferoni und Bio-Zucchini für den österreichischen Lebensmittelhandel an.

Wir haben den Bio-Raritäten-Boom mit ausgelöst, indem wir unseren Kunden gezeigt haben, welch enorme Fruchtvielfalt an Form, Farbe und Geschmack es überhaupt gibt. Jede unserer Bio-Paprika und Bio-Chili-Sorten ist einzigartig. Sie sind alle keine Hybriden, sondern samenfest. Sie wurden nicht von Konzernen für den Massenmarkt gezüchtet, sondern von Bauern und vor allem von Bäuerinnen. Bei uns gibt es die ganze Vielfalt.

MED: Warum der Umstieg auf Hanf? Was hat dich dazu bewegt?

AP: Ich wollte einen Teil dazu beitragen, diese Kulturpflanze aus der Schmuddelecke herauszuholen und dorthin zurückzubringen, wo sie hingehört, in die Mitte der Gesellschaft. Zurück in die ganz normale landwirtschaftliche Realität. Nicht nur als Rohstoff- und Nahrungsmittellieferant, sondern auch als Heilpflanze.

Natürlich interessiert mich auch beim Hanf das Thema Vielfalt. Deshalb habe ich begonnen, eine möglichst umfangreiche Sammlung an verschiedenen Hanfgenetiken aufzubauen. Mittlerweile umfasst diese Sammlung mehr als 1.000 verschiedene Genetiken.

Die Situation in der Hanfzüchtung ist ja völlig konträr zur Gemüsezüchtung. Es herrscht eine nahezu unüberschaubare Vielfalt. Diese Vielfalt wurde aber leider auf Kosten der Reinerbigkeit geschaffen.

Meine Intention für die Zukunft ist es, sollten die gesetzlichen Rahmenbedingungen es zulassen, diese biologische Vielfalt aus gemischterbigen Genotypen wieder mehr zu erden, indem wir die interessantesten Phänotypen wieder zu reinerbigen Sorten selektieren.

MED: Konntest du dein Wissen aus dem Biobereich voll einbringen? Gibt es beim Hanf noch andere Dinge zu beachten als im Gemüsebau?

AP: Jede Pflanze hat ihre speziellen Herausforderungen. Das trifft natürlich auch auf Hanf zu. Die jahrelange Erfahrung im Biogemüsebau hat mir natürlich geholfen, keine Frage. Im Schädlingsmanagement sind die Herausforderungen ähnlich wie bei Paprika – Blattläuse, Spinnmilben und Thripse stehen im Vordergrund. Für all diese Herausforderungen haben wir eine Strategie entwickelt, die aus regelmäßigem Nützlingseinsatz und dem Einsatz von biologischen Pflanzenschutzmitteln besteht.

Wir haben das Konzept mittlerweile so perfektioniert, dass ich eine Garantie für die Schädlingsfreiheit der Pflanzen geben kann. Unser Qualitätssicherungskonzept beinhaltet eine Ausgangstauchung jedes Stecklings in einer speziellen Mischung aus biologischen Pflanzenschutz-, sowie Stärkungsmitteln. Das ermöglicht uns, dem Kunden jene Qualität und Sicherheit zu geben, die er erwartet.

Außerdem habe ich eine Strategie entwickelt, die es jedem Heimgärtner ermöglicht, ohne Spezialkenntnisse ein optimales und biologisch hochwertiges Ergebnis zu erzielen.

Völlig neu und einzigartig am Markt ist unser Biofruchtdünger. Ein speziell behandelter und fermentierter, biologischer Hühnermist, effektive Mikroorganismen nehmen dem Dünger die „Schärfe“ und er wird zum idealen Pflanzendünger. Das NPK-Verhältnis ist exakt auf die Bedürfnisse von Blühpflanzen abgestimmt.

In Kombination mit unserem Starterkomplex ist dieser Dünger das ideale Konzept für alle, die einen biologischen Grow mit wenig Aufwand planen. Der Dünger wird in die Erde gemischt, in den ersten Tagen empfehlen wir den Starterkomplex ins Gießwasser zu geben, danach kann mit unbehandeltem Wasser gegossen werden. Es wird kein zusätzlicher Dünger oder Booster benötigt und man muss auch nicht den pH-Wert einstellen.

Die Rückmeldungen unserer Kunden sind phänomenal. Wer diesen Dünger einmal verwendet hat, will ihn immer wieder haben.

Unsere Erde wird speziell für die Anforderungen von Hanf gemischt. Optimaler pH-Wert, gute Durchlüftung, schnelle Abtrocknung, gute Wasserhaltekapazität und Stabilität standen bei der Konzeption im Vordergrund.

Die Erde ist anwenderfreundlich, verzeiht den einen oder anderen Fehler und eignet sich hervorragend für die Beimischung von Depotdüngern oder auch für unser Flüssigdüngerkonzept. Mehr dazu findet ihr unter www. krumme-gurken.at.

Alles in allem haben wir versucht, optimale und anwenderfreundliche Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln.

Wir haben bewusst auf Bezeichnungen wie „Booster“ oder Ähnliches verzichtet. Unser Programm ist ehrlich und fair.

Unser Anspruch ist, die besten Produkte am Markt zu haben. Ich denke, dass uns das gelungen ist.