Krumme Gurken

Mit der eigenen Marke für die „richtige” Form der Gurke

Der österreichische Grow-Markt hat sich in den letzten Jahren eindeutig die Spitzenposition in Europa erobert, das gilt besonders für Wien und Umgebung. Denn hier bekommt man praktisch alles, was ein Gärtner oder ein Hanfliebhaber brauchen kann. Der Inlandsmarkt ist gekennzeichnet durch zahlreiche neue, innovative Ideen, aber auch klassische Produkte gibt es in großer Menge. Zu den aktivsten Akteuren gehören die Krummen Gurken, die sich noch nicht sehr lange im Hanf-Business betätigen. Die Firma kann aber auf fundiertes gärtnerisches Wissen und langjährige Erfahrungen bauen. In Ausgabe 4/2016 haben wir schon mit ihnen über die „ideale“ Form der Gurke gesprochen. Nun setzen wir das Gespräch über ihre Produkte fort.

img_0408

Medijuana: Die Krummen Gurken sind kaum am Start und schon werfen sie eigene Produkte auf den Markt. Offensichtlich gab es in der Firma schon vorher die nötigen Grundlagen und das Wissen dazu.

Georg Kalenda: Das Know-how kommt daher, dass mein Geschäftspartner Alois Posch seit über 16 Jahren im Biogemüsebau tätig ist und somit einer der führenden Biogemüsebauern ist. Das sammelt sich natürlich einiges an Know-how an. Und das haben wir in unsere Produkte einfließen lassen.

MED: Welche Produkte bietet der Laden an und welche eigene Produktpalette existiert momentan?

GK: Grundsätzlich ist es unsere Idee, dass wir dem Kunden etwas anderes, etwas Neues anbieten wollen. Bei den Pflanzen ist uns die genetische Vielfalt wichtig. Drum haben wir eine Sammlung von über 300 Strains erstellt. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf „New-School“-Strains. Die Legalisierungswelle in den USA hat eben auch zur Folge, dass die Züchtung von neuen Genetiken erleichtert wurde. Von dort wollen wir das Beste holen, dass sich dann auch mal deutlich unterscheidet, vom europäischen, holländischen Einheitsbrei. Bei der Krumme-Gurken-Erde und bei den Düngern haben wir völlig neue Konzepte entwickelt, die direkt aus dem biologischen Gartenbau kommen: Eine mit speziell aufbereiteten Biodüngern „Erde-Ready“. Die Idee war, eine Erde zu gestalten, welche den Ansprüchen der gesamten Kulturdauer entspricht. Kombiniert mit dem Krumme-Gurken-Startkomplex und dem Krumme-Gurken-Blütekomplex benötigt der Gärtner keine zusätzlichen Dünger während der Kultur. Von der Pflanzung bis zur Ernte nur mit Wasser gießen – ein völliger Biogrow ohne chemische Dünger. Das gab es bisher nicht als Komplettlösung. Dann haben wir noch unsere organischen Flüssigdünger als Alternative für alle jene, die ihr gewohntes Düngerkonzept nicht aufgeben wollen. Hier hat unser Gärtner tatsächlich seine Erfahrungen aus dem jahrzehntelangen Biolandbau eingebracht, und ein Düngerkonzept entwickelt, dass voll auf die Bedürfnisse der Hanfpflanzen abgestimmt ist. Natürlich gibts hier bereits hervorragende Produkte am Markt, wir behaupten nicht, die Welt neu erfunden zu haben. Aber wir haben eben auch hier Wert darauf gelegt, nicht nur einen Mikroorganismusstamm einzusetzen, sondern eben viele. Ob das Trichodermapilze sind, oder Bactillus subtillis oder Mykorrhizen – wir haben eine Mischung, in der Vielfalt herrscht. Und das merkt man am Ergebnis.

MED: Was ist das Besondere an den Düngemitteln von Krumme Gurken? Aufgrund welcher Eigenschaften empfehlt ihr sie den Gärtnern? Worin liegt der Unterschied zu anderen Produkten auf dem Markt?

GK: Das Besondere ist, dass wir hier Erfahrungen aus dem biologischen Gartenbau einfließen lassen konnten. Wenn du über einen langen Zeitraum mit vielen unterschiedlichen Kulturen biologisch arbeitest, dann machst du automatisch sehr wertvolle Erfahrungen. Du lernst, welche Mittel ihr Geld wert sind und welche nicht. Du lernst, welche Kombinationen von Nährstoffen und Pflanzenhilfsstoffen tatsächlich funktionieren. Und genau diese haben wir dann verwendet. Es gibt im Fachmarkt ja eine Unzahl an verschiedenen Sachen. Da ist der unerfahrene Gärtner schon mal schnell überfordert. Wir haben da mit unserem Know-how vorselektiert. Die Kombination aus Starterkomplex, Huminsäuren und Blüte- und Fruchtkomplex mit unseren Flüssigdüngern ist das Ergebnis dieser Idee. Und wir legen ausdrücklich großen Wert auf Beratung. Wer mit dem Gedanken spielt, einen echten Biogrow zu starten, sich aber nicht wirklich traut, weil er eben keine Experimente machen will – der ist bei uns genau an der richtigen Adresse.

img_0416

MED: Wie sieht es bei euch mit den Stecklingen aus?

GK: Da setzt Alois auch sein ganzes Können ein. Die werden ganz nach den Bio-Richtlinien der EU produziert. Also wir achten darauf, dass nur Mittel verwendet werden, die auch im Betriebsmittelkatalog gelistet sind. Wir arbeiten auch mit Nützlingen und eben den Pilzkulturen und Bakterien. Dies ist unserer Meinung nach gleichzeitig ein Qualitätsmerkmal. Es macht die Pflanzen einfach kräftiger und vitaler. Es verlässt garantiert kein Steckling die Produktion, der nicht komplett durchwurzelt ist.

Wir haben aber bis jetzt ganz bewusst darauf verzichtet, ein Biozertifikat anzustreben. Der Grund ist pragmatischer Natur: Wir wollen für unsere Kunden die beste Lösung. Und wenn eine Erde, die nicht biozertifiziert ist, besser funktioniert als eine zertifizierte, dann verwenden wir diese, wenn wir wissen, dass sie aus ökologischer Sicht genauso gut ist. Da zählt eben die Einschätzung unseres Gärtners mehr als die Paragrafen irgendwelcher Regulierungsbehörden. Wir sind ja die Krummen Gurken und nicht die paragrafengeilen Einheitsgurken. Vorschriften werden nach Sinnhaftigkeit verwendet – das ist unsere Philosophie.

MED: Habt ihr auch eigene CBD-Produkte? Werden sie in Österreich und ökologisch hergestellt oder bezieht ihr einzelne Komponenten aus dem Ausland?

GK: Das ist unser nächster Schritt, gemeinsam mit der Firma Bio Bloom. Von ihr werden wir in Zukunft unser eigenes CBD-Öl beziehen und unter unserem Markennamen verkaufen. Das Tolle an dem Öl von Bio Bloom ist, dass es, soweit wir wissen, als einziges Öl aus den Blütenbestandteilen hergestellt wird. Sprich: aus Hanfblüten ohne synthetische Zusatzstoffe. Das Problem bei den meisten CBD-Ölen ist, dass man sie mit synthetischen Kristallen anreichert und sie trotzdem als bio verkauft werden.

Die Firma Bio Bloom ist im Burgenland für ihren biologischen Anbau zertifiziert. Extrahiert wird in einem deutschen Labor, das auch zertifiziert ist. Es wird mit CO2 extrahiert, was eines der schonendsten Extraktionsverfahren überhaupt ist. Das Produkt ist ein vollständiger Auszug aus der Hanfpflanze und daher enthalten diese Produkte weit über 60 Cannabinoide.