Kommt Cannabis nun endlich in die Apotheke?

Bereits seit zwei Jahren warten PatientInnen in ganz Deutschland darauf, dass die spektakuläre Ankündigung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, bezüglich der Erleichterung des Zugangs zu Cannabis als Medizin in die Tat umgesetzt wird. Für viele von ihnen war diese Zeit sicherlich eine schwer erträgliche Hängepartie. Denn sie können die Kosten einer Cannabisbehandlung nicht aus eigener Tasche bezahlen und hoffen deshalb auf Kostenerstattung durch ihre Krankenkasse. Bisher bekommen in Deutschland rund 5.000 Kranke Wirkstoffe der Cannabispflanze in Form von Tropfen oder Sprays. Mehr als 500 PatientInnen werden aufgrund einer Sondergenehmigung mit Cannabisblüten versorgt. Dieser Bedarf wurde bisher mit Importen aus den Niederlanden und Kanada gedeckt. Mitunter mussten diese PatientInnen schon wegen Lieferengpässen bei den Produzenten längere Wartezeiten in Kauf nehmen.

Ursprünglich war die Abstimmung der Bundesregierung zu diesem Thema für die letzte Sitzungswoche des vergangenen Jahres anberaumt, wurde aber in letzter Minute ohne Angabe von Gründen von der Tagesordnung gestrichen. Bedenken, ob die Pläne wieder verworfen wurden, kamen hoch. Mittlerweile jedoch steht der neue Termin fest.

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Über den Gesetzentwurf der Bundesregierung, wonach künftig schwerkranke PatientInnen auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung auch mit hochwertigen Cannabisarzneimitteln versorgt werden können, stimmt der Deutsche Bundestag am Donnerstag, den 19. Januar 2017, im Anschluss an eine 45-minütige Debatte ab.

Die zweite und dritte Lesung des Entwurfes werden im Rahmen der 212. Sitzung des Bundestags stattfinden. Das Gesetz soll laut der betreffenden Drucksache „die Verkehrs- und Verschreibungsfähigkeit von weiteren Cannabisarzneimitteln“ herstellen – z. B. auch die von „getrockneten Cannabisblüten und Cannabisextrakten in standardisierter Qualität“. Ebenfalls auf der Tagesordnung steht ein Antrag der Partei Die Linke zum Thema „Zugang zu Cannabis als Medizin umfassend gewährleisten“.