Kluge Legalisierer Jul08

Tags

Related Posts

Share This

Kluge Legalisierer

 

Das Mantra vom gescheiterten Drogenkrieg hörte man in den letzten Jahrzehnten nicht nur von kiffenden Schlaumeiern, sondern auch von Staatspräsidenten, dem UN-Generalsekretär, Wissenschaftlern und Schriftstellern. Nun stimmten fünf Nobelpreisträger der Ökonomie zusammen mit einem Dutzend ihrer Kollegen in den Chor ein. Ihr achtzigseitiger Bericht beschreibt eine drogenfreie Welt – entgegen der politischen Demagogie – nicht nur als unerreichbare Illusion, sondern nennt sie eine schädliche Ideologie, in deren Zeichen ein ergebnisloser Kampf, dessen Ende nicht abzusehen ist, zur Liquidierung des Drogenschwarzmarktes geführt werde. Zwar erkennen sie an, dass das Verbot auf dem Gebiet der Suchtprävention Erfolge vorweisen kann, unterstreichen aber, dass es gleichzeitig für das Überhandnehmen der Korruption und der Gewalt verantwortlich ist – man denke nur an die 80.000 Opfer der mexikanischen Kartellkämpfe.

intelligent

Auf dem Altar des zur moralischen Norm erhobenen Drogenkrieges werden grundlegende Menschenrechte geopfert, Länder destabilisiert und die verfassungsmäßige Ordnung einer angeblich vorübergehenden Politik angepasst. Die Antidrogenbestrebungen verschlingen gewaltige Summen und es gibt rechtliche Bedenken gegen die Masseninhaftierungen, denn weltweit sitzen Millionen in Gefängnissen, die keine Gewalttäter sind, nur weil sie illegale Mittel konsumiert oder in geringen Mengen abgegeben haben. Im letzten Kapitel appelliert die Studie an die Regierung der USA, keinen harten Kurs zu fahren und die Legalisierungsversuche in Colorado und Washington sich entfalten zu lassen, damit die ganze Welt aus den Stärken und Schwächen der Praxis ihre Lehren ziehen könne. Die Aussage der Studie machte sich auch George Soros zu eigen und publizierte in der Financial Times einen Artikel über die Kosten des Antidrogenkrieges und die Vorteile einer präventiven Drogenpolitik für die allgemeine Gesundheit und die Wirtschaft. Am Ende ermutigte er die Regierungen der Welt, die für den Drogenkrieg gedachten Hunderte von Millionen in andere, wirksamere Programme zu stecken.