Kein legales Gras für Kim? Mar16

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Kein legales Gras für Kim?

Sechs Euro für ein Kilogramm Cannabis – echt jetzt? Das Gerücht vom Cannabismekka Nordkorea hält sich hartnäckig. Doch jetzt kommt ans Licht, dass Cannabis in Nordkorea womöglich doch illegal ist.

Cannabis soll in Nordkorea nicht nur legal sein, sondern auch fast überall verfügbar – und das noch dazu extrem günstig. Das zumindest berichten Magazine wie die High Times oder Merry Jane. Auch Boulevardmedien griffen die Gerüchte über das vermeintliche Ganjaparadies auf. TouristInnen aus Russland und China hätten in einer Grenzstadt ganz offen gleich kiloweise eingekauft, hieß es in den aktuellen Meldungen.

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Auch die Nachrichtenagentur AP schaute sich in dem kommunistischen Land einmal um. Das Ergebnis zeigt, dass die Berichte wohl überwiegend auf Missverständnissen beruhen, gepaart mit eifrigem Wunschdenken.

Die Behauptung, Marihuana sei in Nordkorea legal, scheint schlichtweg falsch zu sein. Im Strafgesetzbuch ist es unter den „kontrollierten Substanzen“ sogar in der gleichen Kategorie wie Kokain und Heroin aufgeführt. „Es sollte keine Zweifel daran geben, dass Drogen, inklusive Cannabis, hier illegal sind“, sagte der schwedische Botschafter Torkel Stiernlöf. „Man kann es nicht legal kaufen und es zu rauchen wäre eine Straftat.“ Im Dezember gab es Berichte über die Hafenstadt Rason, die im äußersten Nordosten des Landes liegt. Dort gibt es einen basarähnlichen Markt, der in einer Freihandelszone liegt und auf dem es günstig Cannabis geben soll. Gäste aus den Nachbarstaaten China und Russland hätten sich hier in großem Stil eingedeckt.

Solche Aussagen mit Gewissheit zu widerlegen ist naturgemäß schwierig. Denn der Zugang zu dem Markt ist für AusländerInnen stark eingeschränkt. BeobachterInnen des Landes haben da allerdings eine ganz banale Erklärung: Es handle sich lediglich um Hanf. Dieses wird in Nordkorea etwa zur Herstellung von Handtüchern und Uniformen sowie Nudeln und Speiseöl verwendet.