Jugendliche in der Legalisierung Jun17

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Jugendliche in der Legalisierung

Wer die Diskussionen um die Legalisierung von Marihuana aufmerksam verfolgt, wird erkennen, dass der Schutz der Minderjährigen sowohl im Lager der UnterstützerInnen als auch in dem der GegnerInnen ein gleichwohl wichtiges Argument darstellt. Nach Ansicht der BefürworterInnen des Verbots lässt dieses den Jugendlichen die eindeutige Nachricht zukommen, dass Drogen schlecht sind. Die BefürworterInnen der Legalisierung sehen eher in einem regulierten Markt – in dem nicht die Dealer das Gras verkaufen – den Schutz der Jugendlichen gewährleistet.

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Schauen wir uns einmal an, wie sich die Praxis in Washington darstellt. Auf dem Pediatric Societies Meeting in Baltimore Anfang Mai wurde eine Studie vorgestellt, die den Drogenkonsum (Tabak, Alkohol, Marihuana und andere Drogen) von Jugendlichen in den 2010er Jahren im Staate Washington untersucht. Dort wurde 2012 die Legalisierung von Marihuana beschlossen. Im Sommer 2014 eröffneten die ersten Geschäfte, die Cannabis verkauften. Es konnten daher erste Auswirkungen dieser Entwicklung auf Teenager analysiert werden. Das Ergebnis der Untersuchung scheint den Argumenten der LegalisierungsbefürworterInnen Recht zu geben, dass nämlich die Cannabisfreigabe für Erwachsene nicht zu einem steigenden Gebrauch bei Jugendlichen führt. „Entgegen den Befürchtungen, dass Cannabis nach der Legalisierung für den Freizeitgebrauch durch Erwachsene 2012 den Zugriff der Jugendlichen auf Marihuana steigern würde, belegen dies die Daten einer Vorsorgeuntersuchung (Healty Youth Survey), die sich auf den ganzen Staat erstreckte, nicht“, stellte die internationale Forschergruppe fest. Die Ergebnisse decken sich mit denen der im letzten Sommer vom Foreign Policy Institute in Washington herausgegebenen Studie, wonach die Zahl der jugendlichen CannabiskonsumentInnen im Zeitraum von 2002–2012 leicht zurückgegangen ist. So urteilte der Großteil der SchülerInnen der 8. Klassen, dass Marihuana schwerer zu beschaffen sei als früher. Im März veröffentlichten ForscherInnen der New Yorker Columbia Universität, dass es 12- bis 17-jährige GraskonsumentInnen nicht beeinflusst hat, dass in ihrem Staat therapeutisches Cannabis freigegeben wurde. Und einer aktuellen Untersuchung zufolge scheint es darüber hinaus wahrscheinlich, dass selbst die Legalisierung von Cannabis für den Freizeitgebrauch Jugendliche nicht zum Kiffen motiviert.

Es sei angemerkt, dass in den Staaten, in denen Erwachsene legal an Cannabis gelangen können, die Regierung bedeutende Summen aus den Cannabissteuereinnahmen für die Aufklärung über Cannabis aufwendet, und dass diese sich ebenfalls positiv auf die Ergebnisse der obigen Studien ausgewirkt haben kann. Mehr Unterstützung erfahren auch „problematische“ KonsumentInnen, indem ihnen Therapien angeboten werden. Ein weiteres Zeichen der Aufmunterung also für die Länder und die amerikanischen Bundesstaaten, die darüber nachdenken, den Washingtoner Weg zu beschreiten.