Irland erlaubt Medical

Das irische Parlament befürwortete am 1. Dezember 2016 die Gesetzesvorlage zu therapeutischem Cannabis, deren Umsetzung Anfang 2017 zu erwarten ist. Die Gesetzesvorlage wurde in ihrer endgültigen Form von dem Parlamentsabgeordneten der People Before Profit Alliance/Socialist Workers Gino Kenny vorgelegt. Die Initiative beabsichtigt, Cannabis bei Übelkeit, Appetitlosigkeit, Muskelkrämpfen und chronischen Schmerzen sowie für die Behandlung von Krankheiten, die diese Symptome hervorrufen – wie Krebs, Epilepsie und Multiple Sklerose – zugänglich zu machen. Gesundheitsminister Simon Harris erklärte, er werde dem nicht entgegenwirken, sodass der Plan ins Kommissionsstadium gelangt, wo hochrangige RegierungsvertreterInnen über die Zulassung zu medizinischen Zwecken entscheiden werden. Harris konsultierte zuvor zahlreiche PatientInnen mit dem Ergebnis, dass Irland die Praxis anderer Länder prüft, in denen das Medizinalhanfsystem schon umgesetzt wurde. Nach Ansicht des Gesundheitsministers müsse der Plan noch um weitere Regelungen erweitert werden, die für die Zukunft verhindern sollen, dass die Erlaubnis für medizinische Zwecke zu einer Blüte des Freizeitgebrauches führt. „Obwohl es Elemente gibt, die ich nicht unterstütze, möchte ich die Dáil [das irische Parlament] nicht spalten“, sagte Harris. „Ich teile die Sorgen der Patienten, dass bei bestimmten medizinischen Gegebenheiten eine mit Cannabis verbundene Therapie möglich sein soll. Ich verstehe ihre Gefühle und dass die Angelegenheit für sie Dringlichkeit hat.“ Harris bat die medizinische Zulassungsbehörde Irlands, Forschungen über die Nutzungsmöglichkeiten von Medikamenten auf Cannabisbasis durchzuführen. Die Regulierungsbehörde hatte mit der Gesetzesvorlage schon vorher ihr Einverständnis zum medizinischen Cannabis signalisiert. 77 Prozent der irischen Bevölkerung unterstützen die Zulassung von therapeutischem Cannabis. Auch dies wird eine große Hilfe für die neue Praxis und deren gesellschaftliche Akzeptanz sein.