Inhaftierung wegen abgelaufener medizinischer Erlaubnis

Delores Saltzman, eine Urgroßmutter aus Michigan, kam im Alter von 80 Jahren zum ersten Mal in ihrem Leben ins Gefängnis, obwohl sie ihr Leben lang keine Gesetze gebrochen hatte. Die Ursache war trivial. Aus medizinischen Gründen bewahrte sie bei sich zu Hause eine geringe Menge Cannabis auf, doch ihre Bezugskarte war abgelaufen. Delores erklärte gegenüber FOX 17, dass Cannabis ihr das Leben gerettet habe. Während ihrer Krankheit regte es ihren Appetit an und linderte ihre Schmerzen nach einem chirurgischen Eingriff. Delores gibt an, dass ihre Schmerzen auf Stufe acht einer zehnstufigen Skala lägen, nach dem Konsum von Cannabis aber auf die Stufe eins zurückgingen. Zuvor waren ihr Opioide verschrieben worden, was zu Bauchschmerzen und Erbrechen führte. Der Wechsel zu Cannabis förderte auch ihre Aktivität, da Arthritis, Knochen- und Muskelschmerzen deutlich gelindert würden.

Mit der Polizei bekam sie es durch einen unglücklichen Zufall zu tun: Einer ihrer Vertreter brachte Delores an einem Juniabend den gefundenen Ausweis und das Mobiltelefon ihres Enkels. Das ebenfalls gefundene Cannabis bezeichnete Delores als ihr Eigentum. Der Vertreter des Sheriffs beschlagnahmte etwa drei Gramm Cannabis, vier fertige Joints und ein paar Pfeifen, dann steckte er die alte Frau für eine Nacht ins Gefängnis, ohne sie über ihre Rechte zu belehren. Im Polizeibericht ist zu lesen, dass Delores wegen einer abgelaufenen Bezugsberechtigung illegal Cannabis besessen habe und dass man ein Verfahren einleite. Inzwischen hat die Urgroßmutter eine neue Karte angefordert und die Polizei das Verfahren eingestellt, aber das überflüssige Ungemach lässt ihr verständlicherweise keine Ruhe. Daher ruft Dolores nun öffentlich dazu auf, bei der Abstimmung über die Legalisierung in ihrem Bundesstaat für die Gesetzesänderung zu stimmen, um die Stigmatisierung zu beenden. „Man soll sich nicht wegen einer Sache schämen müssen, die einem hilft, sich besser zu fühlen“, lautete die Nachricht an ihre LeidensgenossInnen. Wir hätten es nicht besser ausdrücken können.

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