Hohe Zustimmung bei TV-Diskussion

„Österreichs Cannabispolitik ist ein Desaster“

Nach Ansicht des Obmanns des Hanf-Instituts, Toni Straka, ist die österreichische Cannabispolitik ein Desaster, denn Kranke müssen nach wie vor bei der Anwendung von natürlichem Cannabis mit einer Haftstrafe rechnen. Dieser Meinung stimmten über 86 Prozent der TeilnehmerInnen einer Onlineumfrage des TV-Senders Puls4 und 50 Prozent der 500 TeilnehmerInnen einer Echtzeitumfrage des Meinungsforschungsinstituts OGM Anfang Juli zu.

In der Sendereihe „Im Namen des Volkes“ zum Thema „Cannabis legalisieren – Ja oder Nein“ diskutierten Rechtsanwalt und Suchtmittelgesetzexperte Gottfried Hudl, Kinderpsychiaterin Dagmar Zidek und Toni Straka mit der Salzburger Juristin Eleonore Hübner, dem Grazer Richter Helmut Wlasak und dem Linzer Suchtmediziner Kurosch Yazdi über die Vorteile der Legalisierung.

Straka forderte in der teilweise sehr hitzigen Diskussion die Legalisierung von Cannabis als Heil- und Genussmittel und regte Sofortmaßnahmen zur Straffreistellung von kranken Menschen an, für die Cannabis das ideale Heilmittel mit den geringsten Nebenwirkungen darstellt.

Die Leiterin der Fraktion, die gegen eine Legalisierung von Cannabis sprach, stimmte Straka zu, dass CannabispatientInnen nicht verfolgt werden sollten. Sie bestätigte auch, dass der österreichische Cannabiskonsum im Vergleich zum Alkoholmissbrauch nicht das größere Drogenprobem darstelle.

Dr. Zidek wies auf die lange Erfahrung mit Cannabis als Medizin hin und erklärte, dass Hanf schon lange als Ausstiegsdroge bei anderen Süchten angewendet werde. Rechtsanwalt Hudl sagte, dass Cannabis mit anderen legalen Drogen gleichgestellt werden solle, da die derzeitige Politik nur Opfer fordere, die kein Verbrechen begangen hätten.

 

So denkt Österreich über Cannabis:

Die Abstimmung mit 50 Prozent Ja- und 50 Prozent Neinstimmen schlüsselte sich im Detail so auf:

– Frauen: 46 % JA, 54 % NEIN

– Männer: 56 % JA, 44 % NEIN

– 16–29 Jahre: 54 % JA, 46 % NEIN

– 30–49 Jahre: 47 % JA, 53 % NEIN

– über 50 Jahre: 51 % JA, 49 % NEIN

– Eltern mit Kindern bis 18 Jahren: 42 % JA, 58 % NEIN

– Städte über 50.000 EinwohnerInnen: 46 % JA, 54 % NEIN

– Gemeinden bis 2.000 EinwohnerInnen: 70 % JA, 30 % NEIN