Hinrichtung auf indonesische Art Jun23

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Hinrichtung auf indonesische Art

635656317913103250-AP-Philippines-Indonesia-ExecutionsEs ist unbegreiflich, dass man im Jahre 2016 in manchen Teilen der Welt noch mit der Todesstrafe und öffentlichen Hinrichtungen versucht, eine Gesellschaft drogenfrei zu machen. Der Iran führt mit der öffentlichen Hinrichtung von über 500 Dealern die Liste an, doch Indonesien bemüht sich mit neuen Ideen um den Anschluss an das Vorbild. Mit seinen 500 Millionen EinwohnerInnen ist Indonesien das viertgrößte Land der Welt und trotz seiner bisherigen Bemühungen von der angestrebten Drogenfreiheit noch weit entfernt. Trotz der bestehenden Todesstrafe für Drogenhandel und der Existenz von Gefängnissen, die mit Tigern, Krokodilen und Piranhas (das ist kein Witz!) bewacht werden, beträgt die Zahl der Drogenabhängigen im Lande nach Schätzungen der Regierung 4,5 Millionen. Laut Statistik sterben täglich 33 Menschen an Überdosen, daher ist es verständlich, dass die Regierung eine schnelle Lösung sucht. Die gegenwärtige Praxis – Kopfschuss für Großhändler – brachte jedoch keine spürbare Verbesserung der Situation. Die Regierung hofft nun, mit neuen Wunderwaffen das Problem zu lösen: Gefasste Dealer werden mit ihrer Ware vollgestopft, bis sie daran sterben. Bevor jemand auf falsche Gedanken kommt: Es ist nicht von Cannabis oder Haschisch die Rede, sondern von qualitativ minderwertigen Metamphetaminen und Heroin. Beides Stoffe, die leicht zu Überdosen führen können. Diese unmenschliche Behandlung droht nicht nur HändlerInnen, sondern auch KonsumentInnen. So kann es schnell passieren, dass eine Nadel einen Konsumenten ins Gefängnis bringt, weshalb Junkies oft versuchen eine Strafe zu vermeiden, indem sie Spritzen gemeinsam benutzen. Damit verbreiten sie Aids und Hepatitis C in ihren Kreisen. Die Gefängnisse werden zu 70 Prozent von DrogenkonsumentInnen und KleindealerInnen bevölkert, und deren Bedarf wird auch hinter Gittern gedeckt. 2013 wurde in einem Gefängnis ein Metamphetaminlabor entdeckt, an dessen Betrieb auch drei Gefängniswärter beteiligt waren. So viel über strenge Strafen und Drogenfreiheit. Wenigstens der friedlichere Teil der Welt könnte hier eine Lektion lernen.