Hanfzigaretten in Schweizer Lebensmittelläden

Während die EU versucht, CBD-Öl in immer mehr Ländern aus dem Verkauf zu nehmen, sind in den Schweizer Coop-Läden neuerdings CBD-Zigaretten mit einem THC-Gehalt von etwa 1 Prozent erhältlich. Allerdings für 19,90 CHF (etwa 17,40 Euro), dem Doppelten des dortigen Zigarettenpreises. Die Sondierung begann Anfang des Jahres mit dem Erscheinen einer Tabaksorte namens CPure, die praktisch Industriehanf enthielt, mit maximal 0,2 Prozent THC. Davon wird man nicht high, aber es ist legal. Geruch und Aussehen brachten bald die Polizei um den Verstand und man erkannte, dass man dank der weniger strengen Gesetze die Geschichte noch weiter treiben konnte. Im Juli kamen Zigaretten unter dem Namen „Heimat“ mit dem Gütesiegel „erste CBD Zigarette der Welt“ auf den Markt. Eine Schachtel Zigaretten enthielt 4 Gramm Hanf mit hohem CBD-Gehalt sowie vom Produzenten selbst hergestellten Tabak. Ähnlich wie die herkömmlichen Tabakwaren war „Heimat“ allen über 18-Jährigen zugänglich, auch in der Ladenkette Coop. Über die Entscheidung von Coop, „Heimat“ ins Sortiment aufzunehmen, sagte der Pressesprecher Urs Meier, dass er an diesem Schritt nichts Merkwürdiges finde, denn gegenwärtig verkaufe man auch Produkte, die Hanf enthalten, beispielsweise Tee, Bier, Öl und Brotaufstrich. Die Hanfzigarette halte den maximal erlaubten THC-Wert ein, daher verstießen Handel und Konsum nicht gegen das Gesetz.

Wegen der positiven physiologischen Wirkungen des CBD wird ein Teil der KäuferInnen das Produkt voraussichtlich aus medizinischen Gründen erwerben. Dies kann wegen des enthaltenen Tabaks ein Problem darstellen. Zur Behandlung von Krankheitssymptomen mit CBD ist die reine Darreichungsform anzuraten, damit es ohne Zusatzstoffe in den Organismus gelangen kann. Für RaucherInnen könnte die Hanfzigarette eine gesündere Alternative sein, denn sie enthält weniger Tabak und darüber hinaus könnte das CBD einige ungesunde Wirkungen ausgleichen. Ob das Produkt auch bald in der EU erhältlich sein wird, wissen wir nicht. Es ist aber wegen des THC-Gehalts von über 0,2 Prozent eher unwahrscheinlich.