Hanf als Lebensmittel

Kanaan, wo Milch und Honig fließen

Dank der einzigartigen Zusammensetzung der Hanfsamen und des aus ihm gepressten Öls zählen sie zu den bevorzugten Bio-Lebensmitteln und verdienen deshalb einen Platz in jedem Haushalt – das hatten wir im ersten Teil unserer Serie festgestellt. Wir gehen nun einen Schritt weiter und überprüfen, über welch wohltuende Wirkung Hanfhonig verfügt und was für ein Getränk die Hanfmilch ist.

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Man kann geteilter Meinung darüber sein, ob man das Zusammentreffen der Wiederentdeckung des nicht psychoaktiven Hanfs als Lebensmittel sowie seine Verarbeitung in verschiedenen
Darreichungsformen mit den therapeutischen Marihuanaprogrammen und denen im Legalisierungssystem von Colorado angebotenen psychoaktiven Wunderspeisen als erfreulich oder als unglücklich beurteilt. Welche Meinung auch immer man dazu hat, wegen dieser Koinzidenz verzichten viele auf den Kauf von Hanfprodukten jeglicher Art, damit sie nicht durch einen Zufall THC-haltige Nahrung zu sich nehmen. Doch durch diese übertriebene Vorsicht beraubt man sich nicht nur unvergleichlich gesunder, sondern auch ausgesprochen schmackhafter Speisen. Obwohl der Geschmack des Hanfs divergiert, wird jeder, der einmal seine Geschmackswelt kennengelernt hat, die Hanfvarianten möglichst vieler Lebensmittel ausprobieren wollen. Nachfolgend stellen wir zwei Grundzutaten der Hanfgastronomie vor.

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Wie man sich denken kann, ist Hanfhonig kein Produkt von Bienenvölkern, denn die Blüten des Hanfs enthalten keinen Nektar, aus dem die Bienen Honig herstellen könnten. Das Produkt, das unter dem Namen Hanfhonig vertrieben wird, entspringt vielmehr einem Zusammenwirken von Pflanzen, Tieren und Menschen. Die Herstellung ist einfach und auch zu Hause möglich: Als Ausgangsstoff wählt man am besten Cremehonig. Den cremeartigen Honig bekommt man heute in jedem Lebensmittelgeschäft, man kann ihn aber auch selbst aus flüssigem Honig herstellen, den man mit Cremehonig vermischt und verrührt. Nach einem bewährten Rezept empfiehlt es sich, dem Honig zehn Gramm geschälte, geröstete und zerkleinerte Hanfsamen pro 100 Gramm Honig beizufügen und unter Erwärmen gut zu verrühren. Eine größere Menge Hanfsamen wird nicht empfohlen, weil sich so noch die Geschmacksnoten des Honigs und seine Süße Geltung verschaffen, die von der nussigen, leicht bitteren Geschmackswelt des Hanfs spannungsvoll ergänzt werden.

Der so hergestellte Honig ist ein absolutes Wunderwerk, denn er vereinigt in sich die vorzüglichen medizinischen Wirkungen des Honigs und des Hanfs, über die beide in großem Maße verfügen. Mit ein paar Teelöffeln Hanfhonig am Tag können wir viel für einen ordentlichen Stoffwechsel, die Blutbildung, Entzündungshemmung und die richtige Funktion der Drüsensekretion tun, während wir dem Organismus eine Bombe von Spurenelementen und Vitaminen geben, die zusätzlich eine große Menge von Eiweiß und essenziellen Aminosäuren enthält. Hanfhonig wird regelmäßig löffelweise oder aufs Brot gestrichen verzehrt, die Mutigeren können mit ihm auch als Süßstoff experimentieren, man sollte aber nicht vergessen, dass der intensive Geschmack des Hanfhonigs die ursprünglichen Aromen unterdrücken kann. Der Hanfhonig ist an einem kühlen Ort aufzubewahren, damit er seine Konsistenz behält. Bei entsprechender Lagerung kann er sich jahrelang halten – wenn wir uns so lange zurückhalten können.

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Hanfmilch ist ein erstaunlich nahrhaftes und wohlschmeckendes Getränk, und deswegen eine außerordentlich überzeugende Alternative zur Kuhmilch. Sie ist in der Lage, den menschlichen Organismus mit essenziellen Nährstoffen zu versorgen ohne die negativen Nebenwirkungen, die gewöhnlich beim Konsum von Milcherzeugnissen auftreten. Für manche ist es eine ethische Entscheidung, keine Milch tierischen Ursprungs zu trinken. Andere hingegen leiden unter einer Intoleranz und sind daher gezwungen, auf den Konsum von traditionellen Milcherzeugnissen zu verzichten. Wieder andere entschließen sich im Streben nach einer gesünderen Lebensweise zu einer laktosefreien Ernährung – jedoch ist das Lager derer viel größer, die (unter Berufung auf die vermeintlich positive biologische Wirkung oder in stiller Einfalt wegen des als angenehm empfundenen Geschmacks) regelmäßig Milch trinken. Wie auch immer, für alle, die aus irgendeinem Grund tierische Milch von ihrem Speiseplan streichen wollen, kann Hanfmilch eine bedenkenswerte Alternative sein!

Hanfmilch wird aus den Pflanzensamen herstellt, deshalb nennt man sie auch Hanfsamenmilch. Ebenso wenig wie im Samen befindet sich in der Milch THC, hingegen aber eine große Menge an essenziellen Omega-6- und Omegea-3-Fettsäuren, darüber hinaus zahlreiche wichtige Nährstoffe wie Magnesium, Phytosterole, Ascorbinsäure, Beta-Karotin, Kalzium, Faserstoffe, Eisen, Kalium, Phosphor, Riboflavin, Thiamin und Niacin. In der Hanfmilch finden sich obendrein zehn verschiedene essenzielle Aminosäuren, daher kann sie auch als wirklich gute Eiweißquelle für alle gelten, die vegan leben. Es ist ein ausgesprochener Vorzug des Hanfproteins, dass es im Gegensatz zu dem im Soja befindlichen Eiweiß keine Phytate enthält, die verhindern, dass der Organismus bei der Verdauung grundlegende Mineralstoffe aufnimmt. Das Hanfprotein ist leichter verdaulich als das Sojaprotein, denn es enthält keine Oligosaccharide, wegen deren schlechten Verdaulichkeit man Blähungen im Darmsystem bekommen kann.