Graskonsum bei Jugendlichen auf dem Tiefpunkt

Nicht zum ersten und sicher nicht zum letzten Mal hat sich erwiesen, dass die Legalisierung und der Zugang zu therapeutischem Cannabis US-amerikanische Teenager größtenteils kaltlässt. Nach der Untersuchung einer staatlichen Organisation sank der Cannabiskonsum der 12- bis 17-Jährigen auf den tiefsten Punkt innerhalb der letzten 20 Jahre. Nach Angaben von SAMHSA (Substance Abuse and Mental Health Services Administration), einer amerikanischen Organisation, die sich mit Drogenmissbrauch und Psychohygiene beschäftigt, sank die Zahl der kiffenden Jugendlichen in den USA seit 2002 beständig. Nach den nun veröffentlichten Angaben für das Jahr 2016 hatten nur noch 6,5 Prozent in den Monaten vor der Untersuchung Cannabis konsumiert. Dieser Abwärtstrend hat sich nach den letzten Legalisierungen nicht verändert.

Und wie sieht es aus, wenn wir nur die US-Bundesstaaten betrachten, in denen legalisiert wurde? Folgendermaßen: In Colorado gab es nach der Schaffung eines legalen Marihuanamarktes keine Veränderung, was die Zahl der KonsumentInnen und die Häufigkeit des Konsums betrifft, in Washington sanken die Werte sogar ein wenig. Das ist zum Teil damit erklärbar, dass der Status von Cannabis als „verbotene Frucht“ verloren ging. Die Jugendlichen suchten sich lieber riskantere Mittel – und das ist momentan der Alkohol, dessen Konsum in diesen Kreisen daher ein wenig anstieg. Die Botschaft der Legalisierung ist also zum Teil angekommen: Mäßiger Cannabisgebrauch im Erwachsenenalter ist relativ risikoarm, in der Jugend kann er jedoch gefährlich sein.

Der Trend zum Alkoholkonsum zeigte jedoch keine durchgängige Steigerung. In der Altersklasse der 18- bis 25-Jährigen – die am aktivsten Cannabis konsumiert – verringerte sich der Alkoholkonsum um 2,5 Prozent, was belegt, dass viele Jugendliche von alkoholischen Getränken zu Marijuana wechseln oder nur noch Gras konsumieren und eher nicht trinken. Zudem gibt es immer mehr Staaten, in denen sie legal Gras rauchen können.