Future Grow: Die Anbauer der Zukunft

Der neuste Akteur der Wiener Grow-Szene heißt Future Grow. Seine Ausmaße bleiben nur wenig hinter einer durchschnittlichen Gartenabteilung bei OBI zurück, bezüglich des Niveaus übertrifft es sie sogar. Wie der Name schon sagt, kann man hier die Technologie der Zukunft, beziehungsweise die unverzichtbaren Gerätschaften für die Treibhaus- und Freilandzucht beschaffen, ebenso die modernsten Beleuchtungs- und klimatechnischen Geräte, elektronische Einrichtungen, Saatgut und natürlich Informationen – wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Sachbücher und Fachblätter.

Das neue Geschäft versucht nicht nur dem Namen nach, sondern auch in der Praxis, richtungweisend zu sein und ist in seinen Methoden und Anschauungen zukunftsorientiert. Auch wenn wir über die Natur der Zukunft nicht viel wissen, ist es doch sicher, jedenfalls nach Ansicht der Besitzer, dass in diesem Laden – und bald auch europaweit – die Situation der Medizinalcannabispatienten und ihre Bedürfnisse erhöhte Aufmerksamkeit erlangen. Es war Romans Entscheidung, den ersten Verband für Handel, Therapie und Medien in Österreich (und vielleicht auch in ganz Europa) zu gründen. Neben Future Grow und der österreichischen Patientenrechtsorganisation Cannabis als Medizin als fachmedizinischem Partner unter der Leitung von Dr. Kurt Blaas, hat sich auch das deutschsprachige Medijuana Magazin als strategischer Medienpartner dem Verband angeschlossen. Sich gegenseitig stärkend und unterstützend, möchten sie mit Kampagnen, Verbreitung von Wissen, Fachvorträgen und Seminaren erreichen, dass Cannabis als Heilmittel in immer breiteren Kreisen gesellschaftliche und fachliche Anerkennung findet. Mit der Unterstützung von Cannabistherapieprogrammen, Behandlungen und Heilmitteln auf Cannabisgrundlage sowie der Anbauerlaubnis zu Therapiezwecken ausschließlich zum Eigenbedarf soll die Lage von – vorrangig österreichischen – PatientInnen verbessert werden.

Future Grow ist in einem zweistöckigen Gebäude untergebracht. Unten befindet sich ein gewaltiges Lager und neben dem Eingang ein eigener Brand-Shop. Im ersten Stock finden ein überwältigender, geräumiger Präsentationsraum, ein Büro, ein kleiner Vortragsraum und eine Fläche zum Ausruhen Platz.

Anfang März hatten wir, anlässlich der furiosen und mit viel Interesse begleiteten Eröffnungsparty, die Möglichkeit, die dort Beschäftigten zu treffen, unter denen wir – das ist vielleicht keine Überraschung – auch mehrere MedizinalhanfpatientInnen trafen. Auf der – übrigens öffentlichen – Veranstaltung wurden den Gästen Livemusik, ausgezeichnete Speisen und eine reichliche Getränkeauswahl sowie Tischfußball und Flipper geboten und damit eine gute Stimmung garantiert. Tischfußball und Flipper sind, wie wir erfuhren, immer in dem Teil des Ladens aufgebaut, der der Entspannung, dem Plaudern und Lesen dient. Er erinnert am ehesten an ein eingebautes Kaffeehaus, mit dem Unterschied, dass hier Flipper und Kaffee gratis sind. Kein Wunder, dass es bei unserer Ankunft kaum freie Plätze auf dem Parkplatz gab.

Die Angestellten sprechen außer Deutsch und Englisch auch Ungarisch und Slowakisch und sind der Einfachheit halber kaum mehr als 2.000 Meter von dem pyramidenförmigen Veranstaltungsgebäude in Vösendorf entfernt, das auch die Cultiva beherbergt sowie das ähnlich imposante Geschäft der Konkurrenz. In den nächsten Wochen und Monaten wird sich herausstellen, ob und wie Future-Grow Besseres und Neues bieten kann und inwieweit es in seinen Ansichten wirklich ein Sendbote der Zukunft ist, bzw. inwieweit sie bewährten Geschäftsmodellen folgt. Tatsache ist, dass man neben den Ideen und Vorstellungen auch den finanziellen Hintergrund sieht, was auf jeden Fall Anlass zu Optimismus gibt. Mit einem guten Fachpartner, wie es CAM ist, und einem guten Medienpartner wie Medijuana kann die Idee zum Erfolg führen und das Grow-Business mit zusätzlichen Inhalten füllen.