Französische Kommission befürwortet medizinisches Cannabis

Frankreich ist das letzte der westeuropäischen Länder, in denen noch immer eine ausgesprochen strenge Drogengesetzgebung in Kraft ist, doch den neuesten Parlamentsberichten zufolge ist die Entkriminalisierung schon in Reichweite, ebenso wie die Genehmigung für den medizinischen Gebrauch von Cannabis.

Heute ist das Gesetz, das eine Geldstrafe von 3.750 € oder eine Haftstrafe von einem Jahr für den Besitz illegaler Mittel vorsieht, vollkommen anachronistisch, da insgesamt anderthalb Millionen KonsumentInnen Frankreich zu einem der größten Cannabisverbraucher Europas machen. Ein Parlamentsbericht vom Januar 2018 bezeichnete die gegenwärtige französische Drogenpolitik als wirkungslos und als Zeitverschwendung für die Polizei. Infolgedessen schlug die Regierung Macron vor, für den Besitz einer geringen Menge Cannabis ein Bußgeld von 150 bis 200 € zu erheben, das an Ort und Stelle zu errichten sei, was der erste Schritt zur Entkriminalisierung wäre. Frankreich unternahm Ende des Jahres einen weiteren Schritt zur Korrektur seiner Drogenpolitik: Eine von der Regierung eingesetzte Kommission kam zu der Erkenntnis, es sei angezeigt, in „bestimmten klinischen Situationen und in solchen Fällen, wo die verfügbaren Heilmethoden keine Linderung bringen oder nicht toleriert werden“, eine Cannabistherapie zugänglich zu machen. Der Bericht hält es als Ergänzungstherapie bei starken Schmerzen, Epilepsie, Multipler Sklerose und Tumor-erkrankungen für indiziert. Der Leiter der Kommission sagte, es sei frühestens 2020 möglich, in Frankreich Cannabis zu verschreiben.

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