Forschungen werden überwiegend von Männern geleitet

Über einen Mangel an Forschungsarbeiten zum Cannabiskonsum kann man nicht klagen, jedoch sind Frauen in ihnen immer noch unterrepräsentiert. Dies stellte eine Analyse der Universität von York fest. Daraus ergibt sich das Problem, dass die Ergebnisse nur begrenzt für Frauen gültig sind. Die Untersuchung von Ian Hamilton, durchgeführt an der medizinischen Fakultät, forschte in erster Linie über die Verwendung von Cannabis und die Entstehung von Psychosen. Dabei deckte sie auf diesem Gebiet Unzulänglichkeiten auf. Das Phänomen kann jedoch noch weiterreichen. Hamilton beobachtete auch, dass in vielen Ländern, wo der Cannabiskonsum vergleichsweise hoch liegt, nur eine begrenzte Zahl von Forschungsarbeiten zu diesem Thema vorliegt. Untersuchungen konzentrieren sich auf Amerika, Europa und Australien, aber in Afrika, Asien und dem Nahen Osten entstanden nur wenige Arbeiten. Demzufolge sind die Kenntnisse über Psychosen, die in Verbindung mit dem Cannabiskonsum stehen können, mangelhaft. Der Forscher ist der Meinung, dass parallel zu der weltweiten Lockerung der Cannabisgesetze die Menschen einen höheren Bedarf an Informationen über Vorteile und Risiken des Konsums haben. Unter den Risiken steht seiner Meinung nach die Psychose an erster Stelle, da sie sich nicht nur auf das Individuum, sondern auch auf seine Familie zerstörerisch auswirken kann. Auf das Problem der Verzerrung wurde er bei der Durchsicht von Forschungsarbeiten aufmerksam. Die ForscherInnen der Universität von York stellten eine geringere Anzahl an Frauen nicht nur bei den ProbandInnen, sondern auch im Kreis der Sachverständigen fest. Das zweite Problem entstand durch die geografischen Begrenzungen. Hamilton schlägt vor, die Untersuchungen auch auf andere Länder und Kulturen auszuweiten, denn die mentalen Anomalien gehen über genetische und biologische Neigungen hinaus. Des Weiteren spielen bei ihnen auch die gesellschaftlichen Bedingungen eine wichtige Rolle.

You can share this: