Festnahme: Obmann des CSC Salzburg Wilhelm Wallner

U-Haft, weil er helfen will

Deutschland legalisiert, die Niederlande legalisieren und in den USA haben mittlerweile 95 Prozent der Bevölkerung Zugang zu medizinischem Cannabis. Zustände, von denen österreichische CannabispatientInnen nur träumen können. Und derzeit werden sie regelrecht von Albträumen geplagt. Politik und Strafverfolgungsbehörden führen den Krieg gegen die vielfältigste Heilpflanze der Welt unbeirrt auf ihrem Holzweg weiter.

Bei der bereits zehnten Hausdurchsuchung des CSC Salzburg stellte die Polizei 37 Hanfpflanzen sicher, dann steckte sie den schwerkranken Wallner in Untersuchungshaft. Zugleich zog die Exekutive die 180 betagten Mitglieder des CSC mit in den Drogenkrieg hinein und lud fast alle zu illegalen Zeugenvernahmen vor, um Wallner daraus einen Strick zu drehen. Die Vorwürfe reichen von Weitergabe über Geldwäsche bis hin zur Kurpfuscherei.

Trotz sechs ärztlicher Gutachten, die bestätigen, dass Wallners Schmerzen einzig durch Cannabis gelindert werden können, und der Tatsache, dass er haftunfähig ist, steckt der Vorreiter der Medical-Cannabis-Bewegung seit Anfang März in U-Haft, wo er gegen seinen Willen mit Morphium und Zombie-Medikamenten bis zum mehrfachen Kollaps niedergespritzt wurde.

„Es kostet sicher einen hohen sechsstelligen Betrag, wenn 40 Polizeiinspektionen in ganz Österreich noch dazu mit illegalen Methoden 180 Kranke verhören, um herauszufinden, ob sie von Herrn Wallner natürliches Cannabis erhalten haben. Wir sehen das als eindeutigen Einschüchterungsversuch, weil er sicher der aktivste aller Cannabisaktivisten in Österreich ist“, kritisiert der Präsident des Hanf-Instituts, Toni Straka, die Rambo-Methoden gegen kranke Menschen und stellte die Frage: „Will die Republik Österreich wirklich weiterhin Milliarden mit der Verfolgung der Schwächsten unserer Gesellschaft, den Kranken, verschwenden? Wir hoffen, dass endlich Menschlichkeit Einzug in die Drogenpolitik hält.“