Extrem potentes Haschischkristall

In den letzten zehn Jahren haben sich zunehmend hammerharte Cannabisextrakte verbreitet. Bisher dachte man, dass bei einem Verhältnis von 40 zu 60 Prozent der Gipfel erreicht sei, und muss nun feststellen, dass es gelungen ist, Kristalle mit einem THC-A-Gehalt von 99 Prozent herzustellen – genannt „das stärkste Haschisch der Welt“. Die leicht staubbedeckten Blöcke, die wie weiße Steine aussehen, sind Extrakte aus Südkalifornien und übertreffen die bisher 80-prozentigen Spitzenprodukte auf dem Markt. Das THC-A-Kristall ist nicht psychoaktiv, und wenn jemand es schluckt, wartet er vergeblich auf die Bewusstseinsveränderung. Wie bei der Cannabisblüte entwickelt sich auch hier das THC durch Hitze, daher lässt sich der Stoff rauchen oder schlucken. Wie beim Dab unterscheidet sich die Wirkung wesentlich vom Rauchen der Blüte. Nach Angaben der Hersteller ist das High im Kopf reiner und versetzt einen Energiestoß wie eine Tasse Kaffee – diese Angabe kann man jedoch nicht ohne berechtigte Zweifel schlucken. WissenschaftlerInnen zeigten auf, dass gerade die Wechselwirkungen zwischen den Komponenten über den Charakter des entstandenen Erlebnisses entscheiden. Über einzelne Terpene – beispielsweise das Mycren – wissen wir, dass sie teilweise für negative Wirkungen verantwortlich sind, während andere Terpene Angststörungen verringern oder schmerzstillend wirken. Wenn man sich jedoch auf die reine psychoaktive Wirkung konzentriert, kann man die Haschischkristalle überhaupt nicht schwach nennen. Dem Aussehen nach erinnern sie an Crack und Metamphetamine. Die Wirkung des Extrakts, das ein schnelles und starkes High hervorruft, wurde von Anfang an stark kritisiert, weil es die Cannabiskultur in Richtung der schweren Drogen führe. Andere argumentieren, dass diese Form für die Medizin praktisch sein könne, da die fast 100-prozentige Konzentration eine sehr genaue Dosierung zulasse, je nach Krankheit und Körpergewicht der/des PatientIn. Betrachtet man die harten Drogen von ihrer positiven Seite, kann der medizinische Einsatz der Haschischkristalle mit einer Heroinverschreibung gleichgesetzt werden, wenigstens was ihre Präzision betrifft. TeilnehmerInnen solcher Programme bekommen reines Heroin ohne jede Verunreinigung in einer individuellen, genauen Dosierung, daher ist hinsichtlich der Wirkung jede Überraschung ausgeschlossen. Bei Haschischkristallen ist ebenfalls die entsprechende Einstellung der Dosis und ihre genaue Reproduzierbarkeit das, was für die/den PatientIn die Linderung unangenehmer Symptome bringt. Durch die Form der Einnahme tritt die Wirkung sehr schnell ein und bringt jenen sofortige Linderung, die in ihrer Therapie auf THC angewiesen sind. Gleichzeitig kann die völlige Abwesenheit von CBD zu Überraschungen führen – beispielsweise zu unangenehmen psychischen Erlebnissen – weshalb eine Anwendung zusammen mit CBD zu erwägen ist, was solche Probleme ausschließen würde.