Erste Hilfe, wegen Gras

Obwohl keine tödliche Überdosierung von Cannabis bekannt ist, gibt es viele Berichte über Unwohlsein nach dem Konsum. Pechvögel gelangen auf die Intensivstation, wo Statistiken über die Ursachen geführt werden.  Die Fachzeitschrift American Journal of Health-System Pharmacy erhob in Colorado die hauptsächlichen Gründe für Notfallbehandlungen im Zusammenhang mit Cannabiskonsum. Zwei von ihnen sind mit den Wirkungen des Cannabis eng verbunden und auf unmäßigen Konsum zurückzuführen. Beim ersteren handelt es sich um eine Magenerkrankung, die sich nach Langzeitgebrauch von Cannabis herausbildet. An ihr leiden in erster Linie KonsumentInnen, die mindestens zehn Jahre lang massiv geraucht haben. Es handelt sich um starke Magenkrämpfe, oft von Erbrechen begleitet. Der zweite Fall ist das Überkiffen, bei dem man das Bewusstsein verliert und sich möglicherweise erbricht. Der Blutdruck sinkt ab und es kommt zu schweren Angstzuständen. Diese dauern im Allgemeinen nur kurze Zeit an. Nach dem Abklingen des Unwohlseins kann der Betroffene auf eigenen Beinen nach Hause gehen.

Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Cannabiskonsum zu sehen, jedoch nicht mit bewusstem Konsum in Verbindung stehend, sind Fälle, in denen Kinder irrtümlich Gebäck mit THC-Gehalt essen. In den Legalisierungsstaaten gilt die Prävention solcher Fälle als die größte Aufgabe. Und dann gibt es Fälle, die nicht konkret mit Cannabis in Verbindung stehen. Häufig wird Übelkeit auch von synthetischen Cannabinoiden, dem künstlichen Marihuanaersatz, ausgelöst. Diese Chemikalien können zahlreiche Symptome auslösen, die bei CannabiskonsumentInnen unbekannt oder sehr selten sind. In diese Kategorie gehören auch Brandwunden, verursacht von Butanbrennern, die beim Konsum von Haschischöl, Dab oder anderen Konzentraten entstehen. Insgesamt lässt sich feststellen, dass man kaum damit rechnen muss, auf der Intensivstation zu landen, wenn man den Gebrauch in entsprechendem Rahmen hält und keine ex-tremen Konsummethoden anwendet.