Erklärung Cannabis als Medizin

pot-2Vielleicht sind die Leser sich darüber im Klaren, dass der medizinische Gebrauch von Cannabis über Jahrtausende in die Geschichte zurückreicht und dass der Hanf bis in das erste Drittel des 20. Jahrhunderts als relativ risikolose Heilpflanze, die über gewichtiges medizinisches Potenzial verfügt, eingestuft wurde.

Als sie weltweit verboten wurde, legte man keinen überzeugenden Beweis vor, der die Ächtung der medizinischen Anwendung von Cannabis gerechtfertigt hätte. Es ist also logisch, von hier ausgehend ein wenig an dem Verbot zu rütteln. Allein schon, weil im Fall zahlreicher Krankheiten und Symptome Beweise vorliegen, dass das wirkungsvollste Heilmittel Cannabis ist.

Aber es gibt ein zweites, mindestens ebenso fundamentales Argument gegen das weltweite Verbot des medizinischen Gebrauchs: Jeder Mensch hat das Recht, sich die seiner Meinung nach wirksamste Therapie auszuwählen – also nicht die nach der Meinung der Ärzte, der Regierung oder des Ministers wirksamste. Wenn dem so ist, kann bei einem begründeten Fall in keinem Land der Welt die Anwendung einer Cannabistherapie aus medizinischen Gründen verboten werden! Dieser Grundgedanke, nach dem jeder Mensch unabhängig von seiner Nationalität das Recht auf die Anwendung einer Cannabistherapie hat, leitete den internationalen Zusammenschluss der Medizinalhanforganisationen. Die europäischen und nordamerikanischen Organisation initiierten unter Berufung auf den Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte aus dem Jahre 1948 eine globale Kampagne für das Recht auf Cannabistherapie. Die in zehn Sprachen veröffentlichte Erklärung beginnt mit dem folgenden Artikel: “Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. Die medizinische Deklaration beruft sich auf Artikel 25 § 1: Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen […]”

Abdul Ahad

Die Vertreter der Initiative argumentieren, dass sich zwar alle auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte beriefen, dennoch die Gesetze der meisten Staaten den Ärzten die Cannabistherapie verwehrten und massenhaft die Rechte der Krankenverletzten. Ganz zu schweigen davon, dass nach örtlichen Gesetzen ein Bürger, der sich im Ausland behandeln lässt, auch eine Straftat begeht, selbst wenn sie im gegebenen Fall begründet und plausibel ist. Gerade deshalb sagen die Verfasser des Aufrufs, dass jeder Arzt das Recht habe, mit erwiesenermaßen heilkräftigen Cannabinoiden zu behandeln, und jeder Patient das Recht habe, von einer Cannabistherapie Gebrauch zu machen, ohne Rücksicht auf seinen gesellschaftlichen Status und seine finanzielle Situation. Der bevollmächtigte Vertreter der Initiative und Verantwortliche für den Inhalt, der Deutsche Dr. med. Franjo Grotenhermen, sagte, dass “die Erklärung auf einer überwältigenden Menge wissenschaftlicher Beweise basiert” und nimmt einen drastischen Standpunkt gegenüber den Vorurteilen und Ungerechtigkeiten der Entscheidungsträger, anderer politischer Akteure und “Fachleute” mit beschränktem medizinischen Wissen ein. Grotenhermen als Direktor der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (IACM) weiß genau, wovon er spricht. Die Liste der Organisationen, die sich der Erklärung anschließen, wird immer länger, aber auch Privatpersonen können sie unterzeichnen auf der Webseite http://medical-cannabis-declaration.org.