Erfolge bei der Behandlung von Gehirntumoren

Österreichs Politik entdeckt Cannabis als Medizin. Bei einer Podiumsdiskussion der Grünen Penzing und der Grünen SeniorInnen Wien im Mai waren sich Podium und Auditorium einig: Cannabis muss für PatientInnen billiger und leichter erhältlich sein.

Wolfgang Mückstein, praktischer Arzt, sieht vor allem Probleme durch die teuren Preise für Cannabisprodukte: „Die Preise müssen runter, dann werden Cannabisprodukte auch öfter verschrieben werden. Dass da ökonomische Interessen im Hintergrund stehen, ist sehr wahrscheinlich. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse schwankt von Bundesland zu Bundesland. Bei vielen Indikationen ist eine Übernahme unbedingt erforderlich.“

Auch Albert Steinhauser, Justizprecher der Grünen, will billigeres Cannabis: „Die Produktion von Cannabisprodukten ist für die Pharmaindustrie nicht interessant; offenbar werden sie jetzt künstlich teuer gehalten.“

Peter Kolba, Konsumentenschützer, erzählt: „Bei meinen Medikamenten ist der Beipackzettel gespickt voll mit Nebenwirkungen. Ich müsste Dronabinol in einer Dosierung nehmen, die 800 Euro im Monat kosten würde. Die Kasse zahlt, es ist aber keine Lösung, dass man die gesetzliche Lage bestehen lässt und den Markt für einen Monopolisten schafft. Wenn man einen regulierten Markt schafft, gehen die Preise automatisch herunter.“

SPÖ-Rebell Gerald Kitzmüller berichtet von der guten Stimmung bezüglich Cannabis in seiner Partei: „In der Basis bis in die höheren Ebenen gibt es ein komplettes Ja zu Cannabis, aber die Führungsebene ist dagegen. Die an den Hebeln sitzen, befürchten Stimmenverlust, obwohl breiteste Zustimmung unabhängig vom Alter an der Basis besteht. Sowie sich eine Spitzenkraft für die Legalisierung einsetzt, gibt es einen Shitstorm. Der derzeitige Zustand ist aber unhaltbar, weil ein opferloses Delikt verfolgt wird.“

Gerfried Düregger, Obmann der Patientenvertretung ARGE Canna, meint: „Wenn die Regierung das Gesetz so durchbringt, ist das keine Verbesserung. Notwendig wäre, dass CBD-Blüten als Nahrungsergänzungsmittel erlaubt sind.“

Eva Mückstein, Gesundheitssprecherin der Grünen, kritisiert die geplante SMG-Reform ebenfalls:

„Die geplante Regelung stellt eine massive Verschlechterung für PatientInnen dar. Da die Krankenkassen sehr restriktiv bei der Genehmigung von THC-haltigen Cannabismedikamenten vorgehen, sind PatientInnen vermehrt auf Blüten oder Produkte, die kein oder nur sehr wenig THC, dafür aber CBD enthalten, ausgewichen. Ein De-facto-Verbot von Anbau und Verarbeitung von CBD-haltigen Blüten und der Handel mit Produkten wie CBD-Ölen drängt PatientInnen vermehrt auf den Schwarzmarkt“, hält Mückstein fest und fährt fort: „Wichtig wäre ein kontrollierter Anbau mit einer verpflichtenden Qualitätsprüfung durch eine Kontrollbehörde, die den Gehalt an Wirkstoffen exakt überprüft und sicherstellt, dass die Pflanzen schadstofffrei sind. Die PatientInnen brauchen endlich qualitätsgesicherte und leistbare Cannabismedizin.“

Toni Straka, Vorstand des Hanf-Instituts, stellt fest: „Gesetze sind unmenschlich, wenn sie die Gesundung eines Menschen behindern.“ Er kritisierte, dass Cannabisprodukte in der Apotheke ein Vielfaches der Schwarzmarktpreise kosten. Er wies darauf hin, dass alle PatientInnen, die den Vergleich mit natürlichem Cannabis kennen, die natürlichen Blüten dem Monosubstanzpräparat aus der Apotheke vorzögen. „Die Regierung versucht, aus einer Heilpflanze eine Chemikalie zu machen. Es ist aber eine Heilpflanze mit über 100 Cannabinoiden und Hunderten anderen Wirkstoffen.“

Das Hanf-Institut wird noch vor der Behandlung der SMG-Reform die Parlamentarische Bürgerinitiative „Straffreier Eigenanbau für Patienten“ einbringen, für die wir zusammen mit der ARGE Canna schon über 20.000 Offline-Unterschriften gesammelt haben.