Entkriminalisierung für alle!

Alle Regierungen der Welt müssen den Drogenbesitz entkriminalisieren und wirksamere und humanere Drogen-regulierungsmaßnahmen erarbeiten – das stehtin dem Leitartikel von UN-Generalsekretär Kofi Annan und dem ehemaligen brasilianischen Präsidenten Henrique Cardoso, den CNN veröffentlichte. “Jahr für Jahr fallen Hunderttausende Vergehen und Gewalttaten zum Opfer, die in Zusammenhang mit Drogen stehen und die zu verhindern wären. Millionen von Konsumenten werden verhaftet und ins Gefängnis gesperrt. Die Drogenkriminalität schadet weltweit den Gemeinschaften. Ein bedeutender Anteil der Steuergelder der Bürger wird auf eine strenge Politik verwandt, die nicht funktioniert”, schreiben die Autoren, die als Mitglieder der Global Commission on Drug Policy auf internationaler Ebene auf einen Paradigmenwechsel bei der Drogenregulierung drängen. In ihrer Schrift fordern sie, dass die juristische Betrachtungsweise des Drogenkonsums einer gesundheitspolitischen Herangehensweise weichen muss.

Annan und Cardoso machen bei der Entkriminalisierung nicht halt und glauben, dass die Macht der Drogenbarone nur mithilfe der Legalisierung zu brechen ist: “Wir bitten die Länder auch, auf umsichtige Weise die Legalisierungsmodelle zu testen, mit denen die Kräfte des organisierten Verbrechens aus dem illegalen Drogenschmuggel erschüttert werden können.” In ihrem Artikel berichten sie darüber, dass die Forschungen und Vorschläge der Global Commission on Drug Policy gegenwärtig eine wichtige Rolle dabei spielen, dass in Lateinamerika und Europa die Legalisierungsbestrebungen beziehungsweise die Zahl der Länder, die eine auf gesundheitspolitischen Erwägungen basierende Drogenpolitik wählen, zunehmen. Dadurch hätte sich der internationale Dialog bis heute verändert, den früher die Parteigänger des Verbots dominierten. Als positives Ergebnis verbuchen sie, dass gerade in den USA – die den Drogenkrieg weltweit verbreiten – nun diejenigen in der Mehrheit seien, die Konsum und Handel von Marihuana erlauben und regulieren. Im Bewusstsein all dessen können wir mit positiven Erwartungen der UN-Vollversammlung (UNGASS) im Jahre 2016 entgegensehen, wo sich die Möglichkeit zum Überdenken der alten, repressiven Drogenpolitik und der Einführung einer neuen, funktionsfähigen Praxis bietet.