Ein Mythos weniger

cropped-SS64684hEin immer wiederkehrendes Argument der Gegner von Cannabistherapieprogrammen ist folgendes: Diese Maßnahmen sendeten ein falsches Signal an die Jugendlichen aus, die dadurch eher geneigt seien, Gras auszuprobieren. Nun erschien die erste umfassende Studie, die zur allgemeinen Beruhigung zweifelsfrei belegt, dass diese Befürchtung jeder Grundlage entbehrt. Die Forscher untersuchten, wie sich das Verhältnis jugendlicher Ausprobierer in Washington, D.C. und in den 21 US-Staaten, in denen medizinisches Marihuana zugelassen ist, nach der Einführung des Gesetzes entwickelt hat.Diese Daten verglichen sie mit denen von Nachbarstaaten, in denen die Verwendung von Marihuana zu therapeutischen Zwecken weiterhin verboten bleibt. Die Ergebnisse belegen eindeutig, dass mit der Einführung der Regelung in keinem der Staaten die Neigung zum Ausprobieren gestiegen ist. Es ist Tatsache, dass trotz der strengen Drogenpolitik des Bundes verhältnismäßig viele Jugendliche Marihuana probieren – etwa jeder dritte 15- bis 18-Jährige hat schon mindestens einmal Cannabis konsumiert. Den Forschern zufolge nähmen sie damit viel größere Gesundheitsrisiken in Kauf als Erwachsene.