Ehemaliger tschechischer Drogenkoordinator will medizinische Cannabis Clubs eröffnen

In der Tschechischen Republik wird die Drogenpolitik seit vielen Jahren auf professioneller Basis betrieben, auch wenn sich die Umsetzung manchmal langsam gestaltet. Sieben Jahre nach der medizinischen Zulassung von Cannabis sollen als weiterer wichtiger Schritt Cannabis Clubs für Patient-Innen eingerichtet werden. Die Idee stammt von Jindřich Vobořil, der von 2010 bis 2018 Drogenkoordinator des Landes war. In der Zeit nach dem Inkrafttreten der Entkriminalisierung erzielte man erhebliche Fortschritte bei der Erteilung medizinischer Zulassungen. Wie üblich kam die wirklich fortschrittliche Idee erst nach seinem Rücktritt und es ist derzeit noch unklar, wie viel Unterstützung sie finden wird. Grundsätzlich wollen diese Clubs den kontrollierten Anbau und die Anwendung für medizinische Zwecke ermöglichen. Das tschechische Recht erlaubt derzeit den Anbau von maximal 5 Cannabispflanzen für den persönlichen Gebrauch. Die Eröffnung von Clubs wäre eine erhebliche Erleichterung für die PatientInnen, da sie ihre Pflanzen erfahrenen ZüchterInnen anvertrauen und durch Ausprobieren verschiedener Sorten die für sie beste finden könnten. Weiteres Ziel der Clubs ist es, Cannabissüchtigen eine Erhaltungstherapie zu bieten, damit sie Marihuana nicht auf dem Schwarzmarkt kaufen müssen. Vobořil stützt sich auf die katalanische Richtlinie der Cannabis Clubs, die registrierten MitgliederInnen die Teilnahme an einem medizinischen Programm ermöglicht, jedoch den Verkauf von Alkohol oder anderen Drogen in den Clubs untersagt. Nach Meinung des ehemaligen Drogenkoordinators würde dieses Modell Niedrigschwellenprogramme und die ärztliche Überwachung für den medizinischen Cannabiskonsum kombinieren, ohne gegen internationale Konventionen zu verstoßen. Ein erstes Experiment ist in Brünn geplant. Wir sind gespannt, ob der Vorschlag angenommen wird.

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